Worum es geht
Im Zentrum der Kreuztragung ist der dornengekrönte Christus unter der Last des Kreuzes niedergesunken. Sein Kreuz wird Simon von Cyrene auf die Schultern gelegt, der laut Bibel dazu verpflichtet wird, es zu tragen. Die trauernden Frauen und Zuschauer erinnern noch stark an die Meister der italienischen Renaissance und des Frühbarock, wie etwa Raffael (1483-1520) und die Carracci. Die Farbgebung der komplexen Komposition sowie die Figurenbildung entstammen dem französischen Klassizismus des 17. Jh. Das Stuttgarter Bild ist eine verkleinerte Kopie von Pierre Mignards (1612-1695) 1684 entstandener »Kreuztragung« (mit der Signatur »P. Mignard pinxit Parisiis 1684 aetatis suae 73«), die als Geschenk des Marquis de Seignelay 1684 an Louis XIV. in die königliche Sammlung einging und heute in Paris (Musée du Louvre, Inv. Nr. 6637) aufbewahrt wird. Das Gemälde war schon zu Lebzeiten des Künstlers durch Nachstiche bekannt und wurde in zahlreichen gemalten Kopien vervielfältigt. Im Katalog der Königlichen Galerie von 1844 (Verzeichniß der Gegenstände der plastischen und der Gemälde-Sammlung im K. Museum der bildenden Künste zu Stuttgart) wurde es noch dem Bruder des Malers, Nicolas (1606-1668), zugeschrieben.
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