Worum es geht
Ein Wanderer rastet an einem Felsvorsprung. Dabei blickt er durch einen Portikus in eine Gebirgslandschaft. Sie stellt einen Zufluchtsort dar, denn der Wanderer steht in Wahrheit vor einem Industriegebiet. Ein Strommast, Fabrikschornsteine und eine Autobahn unterstreichen die dystopische Atmosphäre. Die Überschrift »Komm ins Offene, Freund« hebt sich durch die rote Farbe vom kühlen Hintergrund ab und lädt den Wanderer ein, in die Idylle einzutreten. Dabei handelt es sich um den ersten Vers des Klagegedichts »Der Gang aufs Land. An Landauer« von Friedrich Hölderlin (1770-1843), welches 1826 erscheint. Die Darstellung des Wanderers vor der Gebirgslandschaft entnimmt Klaus Staeck aus dem Gemälde »Wanderer über dem Nebelmeer« von Caspar David Friedrich (1774-1840), welches um 1807 entsteht und heute zum Bestand der Hamburger Kunsthalle gehört. Hölderlins und Friedrichs Werke sind zu ihrer Zeit eine Hommage an die Natur, die durch die zunehmende Industrialisierung seit dem 19. Jahrhundert zerstört wird.
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