Worum es geht
Dargestellt sind zwei Kokotten, die auffällige Kleidung mit hochgestelltem Kragen und ausgefallene Hüte waren charakteristische Merkmale der Berliner Dirnen - da die Sittenpolizei den Prostituierten ein direktes Zugehen auf potentielle Freier untersagte, versuchten sie aufgeputzt und geschmückt mit großen Hüten die Aufmerksamkeit der Männer zu erregen. Der hoch geklappte Bildraum und die nervöse, vibrierende Linienführung sind kennzeichnend für die Straßenbilder von Ernst Ludwig Kirchner, die er unter dem Einfluss der Schnelllebigkeit Berlins entwickelte. In einem seiner Skizzenbücher notierte er: »Kokotte = Zeitfrau«. Diese am Rand der Gesellschaft lebenden Frauen symbolisierten für ihn den Zeitgeist einer Epoche, das Lebensgefühl in der pulsierenden Metropole mit all ihren Konflikten, kulturellen Gegensätzen und Widersprüchlichkeiten. Darüber hinaus fand Kirchner, angezogen von den Missverstandenen und Ausgestoßenen, mit seinen Bildern der Kokotten eine Ausdrucksmöglichkeit zur Darstellung seiner eigenen Gefühle wie Entfremdung, Angst, Einsamkeit und Isolation.
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