Worum es geht
Das kleine Leinwandbild zeigt die Hl. Familie vor einem Ehrentuch, hinter dem sich der Blick auf ein See- oder Meeresufer öffnet. Wie eine Figurine steht das Christuskind auf einer steinernen Balustrade. Seine Mutter Maria blickt uns mit erhobener Hand an, während der Ziehvater Joseph von rechts betend ins Bild kommt. Bei der Komposition handelt es sich um eine moderne Interpretation eines der beliebtesten Andachtsmotive venezianischer Malerei der Renaissance: die Hl. Familie in einer fast skulpturalen Strenge, die in ihrer Nähe zu den Betrachtenden zugleich Nahbarkeit und Idylle vermittelt, wie der Ausblick in die Landschaft zeigt. Der moderne Interpret hat sich hier sicher an einem Vorbild von Giovanni Bellini (um 1437-1516) oder seiner Schule orientiert. Das zeigen nicht nur das andächtige und würdige Motiv der Muttergottes mit dem herrscherlichen Knaben, sondern auch die klar umrissenen plastisch formenden Schatten. Sie sind eine Besonderheit der Kunst.
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