Worum es geht
Für Soldaten bedeuteten Kampfeinsätze eine hohe Verletzungsgefahr. Und das Leben in einem Feldlager mit vielen Menschen und Nutztieren auf engstem Raum sorgte häufig für die Ausbreitung von Krankheiten. Daher wurden in einem frühneuzeitlichen Soldatenlager stets dringend Wundärzte benötigt – sogenannte »Feldscherer«, »Feldscher« oder »Balbirer«. Für alle Leistungen und Arznei mussten die Patienten selbst bezahlen. Hauptleute und wohlhabendere Soldaten ließen sich nach Möglichkeit für eine bessere Versorgung in eine nahegelegene Stadt bringen. Besonders wichtig für den medizinischen Wissensaustausch waren chirurgische Lehrbücher mit erklärenden Bildern. Bei der vorliegenden Darstellung handelt es sich um eine Illustration aus dem »Feldbuch der Wundarztney« von Hans von Gersdorff, gedruckt in Straßburg 1528. Der Feldarzt ist gerade dabei, einem Patienten einen Pfeil aus der Brust zu ziehen. Der Gehilfe hält dabei den verwundeten Mann an den Schultern fest – eine zwingende Maßnahme, da es keine wirksamen Betäubungsmittel gab.
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