Worum es geht
Das fünfte Blatt aus Heinrich Aldegrevers sechsteiliger Kupferstichfolge zur Geschichte der menschlichen Stammeltern (Inv. Nr. A 62-A 67) stellt die Vertreibung aus dem Paradies dar. Der Künstler orientiert sich bei seiner Komposition an Dürers Darstellung desselben Themas aus der kleinen Holzschnittpassion, die er in Seitenverkehrung leicht variiert. Vor allem der Engel mit dem erhobenen Schwert ist deutlich dem Dürer'schen Vorbild entlehnt. Gleichwohl setzt Aldegrever künstlerisch auch ganz eigene Akzente. So zeigt er etwa bei der Gestaltung der Fransenbordüre im Gewand des Engels seine ganze Meisterschaft in der Handhabung des Grabstichels. Und auch auf erzählerischer Ebene beweist er Eigenständigkeit, wenn er etwa mit den gefalteten Händen der Eva deutlich macht, dass sie um Gnade fleht, da sie sich der bevorstehenden Unannehmlichkeiten jenseits des Paradieses – harte Arbeit und körperlicher Verfall bis zum Tod – vollauf bewusst ist.
Haben Sie Fragen oder Informationen zu diesem Objekt?



