Worum es geht
In der Anfang 1921 am Staatlichen Bauhaus Weimar erschienenen Mappe »Zwölf Holzschnitte von Lyonel Feininger« publizierte der Künstler eine Auswahl aus seinen kleinformatigen zwischen 1918 und 1920 entstandenen Holzschnitten, die sein gesamtes Themenspektrum abdecken, darunter die kleinen Dorfkirchen aus der Umgebung von Weimar, insbesondere die von Gelmeroda. Es ist eines der bekanntesten Motive von Feininger, von dem rund 150 Variationen in verschiedenen Techniken existieren, hier in der Version »mit Tanne«, auch betitelt »Der große Baum«. Hinter einer hohen Tanne und den Häusern der Dorfstraße erscheint die Kirche von der Chorseite aus gesehen. Charakteristisch ist die Umsetzung der Architekturformen in gitterartige (Himmel) oder helle geometrische Flächen (eine segelartig Form, welche die kahle Tanne hinterfängt). Die kleine Dorfkirche erscheint wie eine kristalline Form inmitten eines Kosmos, immateriell, visionär oder einem Prisma gleich: »Meinen ›Kubismus‹ [...] nenne ich lieber, wenn er schon einen Namen haben muß, ›Prisma-ismus‹« schrieb Feininger am 13. März 1913 an Alfred Vance Churchill.
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