Worum es geht
Auch dieses Blatt hat Joseph Anton Koch den Eindrücken im Kloster Salmansweil gewidmet, das er während einer 8-tägigen Wanderung von Stuttgart an den Bodensee im Frühjahr 1791 besuchte (vgl. C 6442,3). Während er im unteren Register das »glänzende Gastmahl« schildert, dem er beiwohnte, hat er im oberen Register in zwei Reihen übereinander Gäste des Abends im Profilbildnis in ihren charakterlichen Besonderheiten festgehalten. Eine Lichtgestalt in Kochs ansonsten vorwiegend negativer Sicht auf Klerus und Geistlichkeit ist der Prälat des Klosters (a), der idealisiert im klassischen Kontrapost und im Ganzfigurenbildnis dargestellt ist. Er galt in der Öffentlichkeit als aufgeklärt, tolerant und gastfreundlich - ein Bild, von dem der Künstler sich bei seinem Besuch selbst überzeugen konnte. Das Blatt stammt aus dem Reisetagebuch, in dem der damals 22-jährige Künstler seine Reise zu Fuß in Schrift und Bild dargelegt hat und das als »malerischer Reisebericht« (Barbara Hofmann) singulär im Werk des Künstlers ist. Von den ursprünglich 43 Illustrationen haben sich 29 nebst einem Textfragment im Bestand der Staatsgalerie Stuttgart erhalten.
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