Femme au tub - Le tub (Elles)

Worum es geht

Beschreibung

Blatt aus der Serie »Elles« mit Darstellungen aus dem Alltagsleben der Frauen in den Pariser Bordellen. Das Mappenwerk, bestehend aus zehn Lithographien, einem Frontispiz und einem Umschlag wurde in einer Auflage von 100 Exemplaren im April 1896 von dem Verleger Gustave Pellet herausgegeben, der insbesondere für erotische Sujets bekannt war. Bereits 1910 kursierten Nachdrucke. Die prosaischen Schilderungen des Alltags der Prostituierten fanden zunächst jedoch nur wenige Käufer. Von allen Blättern der Serie offenbart Femme au tub am deutlichsten die Anregungen, die der Künstler von japanischen Frauenbildern erhalten hat. An erster Stelle ist dabei die bildbestimmende schwarze Silhouette des Kleides anzusprechen, das den schwarzen Kimonos auf Holzschnitten von Suzuki Harunobu, Kitagawa Utamaro oder Keisai Eisen entnommen sein könnte. Auch das Motiv des Waschzubers wurde entweder direkt von japanischen Drucken, auf denen es vielfach mit erotisch konnotierten Posen zu finden ist, oder indirekt beispielsweise über die Frauendarstellungen von Edgar Degas inspiriert. Schließlich ist im japanischen Farbholzschnitt die Travestie (mitate) beliebt, bei der das Bildmotiv auf einer zweiten Ebene kommuniziert wird - etwa wenn ein Dichter von einer Kurtisane verkörpert wird. Die Darstellung von Leda mit dem Schwan, die hier an der Wand hängt, könnte hiervon inspiriert sein - in diesem Bild im Bild werden die sexuellen Handlungen der Prostituierten wenn auch im mythologischen Gewand expliziert.

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