Worum es geht
Die großformatige Farblithographie »drawing words« (Werkverz. T. S. Nr. 200) ist Bestandteil des 1980 von Factotum Art, Verona, herausgegeben Portfolios »Portfluxus«. Es vereint Graphiken und Assemblagen von 14 prominenten Fluxus-Künstlern, zu denen sich Tomas Schmit selbst seit Mitte der 1960er Jahre gar nicht mehr zählte (vgl. Inv. Nr. AS 2012/1235,48). Entsprechend kritisch ist sein Beitrag. Der den 20 rebusartigen Bildfeldern zugeordnete Text: »LET ME TRY TO SAY/HEAR: WE MUST CONSIDER CAREFULLY THAT FLUXUS HAS NOT EVER TAKEN PLACE YET!« resümiert Schmits in mehreren Texten dokumentiertes Missbehagen an der fehlgelaufenen Umsetzung einer großen Idee. Für ihn hatte der Begründer von Fluxus, George Maciunas, daran maßgeblich mit Schuld. Unter Maciunas‘ Ägide sah er, 1982 zurückblickend, »f. [Fluxus ] zu einem knapp mittelmäßigen scherzartikelhandel verkommen« und konstatierte im Interview mit Günter Berghaus 1994: »If you ask me, by 1968 Fluxus was already dead but not yet buried.« Eine wesentliche Lehre, die Tomas Schmit aus Fluxus zog, fasste er 1982 in einer oft zitierten Textpassage zusammen. Sie skizziert einen stufenweisen Dimensionsverzicht des ›Kunstwollens‹, von der Architektur über die Skulptur, das Gemälde, die Zeichnung bis hin zur Zettelnotiz, um beim schlichtem Vorstellungsbild zu enden: »und was man im kopf abwickeln kann, braucht nichtmal einen zettel!« Dieser Maxime des ›So-wenig-Aufwand-wie-möglich‹ folgte Schmit in seinem gesamten Werk und »blieb [so] Fluxus auch dann noch verpflichtet, als er sich von Fluxus entfernt [hatte]« (S. Ripplinger 2007).
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