Worum es geht
Die kulturpolitische Zeitschrift »Kriegszeit -Künstlerflugblätter« war eine Publikation von Lithographien zahlreicher deutscher Künstler mit Texten aus der deutschen Klassik und zeitgenössischer Literatur. Sie erschien beim Kunstverlag Cassirer in Berlin von August 1914 bis März 1916 in 65 Ausgaben, erst wöchentlich, dann vierzehntägig und schließlich nur noch gelegentlich. Herausgeber waren der Kunsthändler und Verleger Paul Cassirer und der österreichische Kunsthändler und -historiker Alfred Gold, welche gute Beziehungen zu den Künstlern der Berliner Sezession hatten. Die Zeitschrift veröffentlichte in den 65 Ausgaben 272 Originallithographien von Max Liebermann, Ernst Barlach, Max Beckmann, Käthe Kollwitz und weiteren Künstlern. Die Werke waren zuerst patriotisch geprägt und teilten die allgemein verbreitete Kriegsbegeisterung. Erst mit dem Fortschreiten des Krieges änderte sich allmählich der Ton und es wurden immer mehr kritische, sogar pazifistische Bilder gedruckt. Das Titelblatt der ersten Ausgabe, Max Liebermanns Lithographie »Vor dem Schloss«, zeigt die Menschenmassen vor dem Berliner Stadtschloss bei der pathetischen Rede Kaiser Wilhelms II. am 1. August 1914 vom Balkon. Die Bildunterschrift gibt das berühmte Zitat wieder: »Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche (der Kaiser)«.
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