Worum es geht

Beschreibung

Das Bild wurde 1852 als Werk von Chiara Varotari erworben. Sie stammte aus einer bedeutenden Paduaner Malerfamilie, die die venezianische Malerei im 17. Jh. entscheidend prägte. Als Tochter eines Malers und Schwester des auch in der Staatsgalerie vertretenen Alessandro Varotari, gen. Il Padovanino (1588-1649), wird sie in der Werkstatt ihres Vaters gelernt haben. Später, so wird vermutet, hat sie selbst Malerinnen ausgebildet. Als Porträtistin, einer für Malerinnen typischen Gattung, soll sie vornehmlich aktiv gewesen sein, jedoch gibt es kein gesichertes Werk. Die Zuschreibung des Christusknaben an Chiara Varotari geht auf eine alte Zuschreibung in der Sammlung Barbini-Breganze zurück, die 1852 für Stuttgart erworben wurde. Heute muss sie jedoch als haltlos gelten und illustriert anschaulich den Blick der Zeitgenossen auf Malerinnen vergangener Zeiten und ihr vermeintliches Oeuvre. Der als Porträtistin tätigen Künstlerin werden nur wenige Werke zugeschrieben (Museo d’Arte medievale e Moderna, Padua), die eine hohe malerische Qualität in der stofflichen Charakterisierung von Oberflächen und präzise Porträtstudien in fein konturierter Ausführung zeigt. Unser Bild hingegen wirkt wie eine freie Interpretation eines devotionalen Motivs, wie es im 18. Jh. beliebt war.

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