Worum es geht

Beschreibung

Von Frankfurt aus reiste Beckmann mehrfach nach Berlin, um Frau und Sohn zu besuchen und um die Großstadt zu schildern, die für ihn stets Berlin, nicht Frankfurt war. Im Anschluss an einen solchen Aufenthalt im Januar und Februar 1922 entstand die Folge »Berliner Reise 1922«. Darin werden die Folgen des Krieges illustriert, d.h. das Elend der Kriegskrüppel, Arbeitslosigkeit, Armut, Not und Hunger der einfachen Bevölkerung, denen die Vergnügungssucht der Etablierten gegenübergestellt wird. In zwei Blättern, beide betitelt »Die Enttäuschten«, beleuchtet Beckmann die politischen Lager (vgl. Inv.Nr. A 1950/790,c): In »Die Enttäuschten II« erscheinen gelangweilte und gähnende Intellektuelle. Beckmann porträtiert hier rechts den Kunsthändler Paul Cassirer, sowie dessen Gattin, die Schauspielerin Tilla Durieux, im Hintergrund erscheint Max Slevogt, ein enger Freund der beiden. Der Gähnende links ist Leo Kestenberg, Redakteur der Zeitschrift »Der Bildermann«. Der Verweis auf die am 15.1.1919 ermordeten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg erfolgt auf den Büchern und Flugschriften, wobei die bewusste Falschschreibung von »[ROS]A LUXENBURG« und »MARKS WERKE« irritiert.

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