Die Anbetung der Könige (Das Marienleben, 12)

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Worum es geht

Beschreibung

Albrecht Dürer gibt seine seit 1502 entstehende Holzschnittfolge »Das Marienleben« im Jahr 1511 in Form einer neuartigen Verbindung aus Andachts- und Kunstbuch heraus. Darin werden die Bilder durch lateinische Texte des Benediktinermönchs Benedictus Chelidonius ergänzt. Im zwölften Holzschnitt der Folge zeigt Dürer die »Anbetung der Könige«. Ein heller Stern führt die drei Könige zur Ruine, wo die Heilige Familie mit Ochse, Esel und zwei Hirten weilt. Dürer folgt dem etablierten Bildtypus: Der erste König kniet vor Maria und dem Kind, während der zweite den dritten heranwinkt. Er hält einen goldenen Becher anstatt wie üblich auf den Stern zu zeigen. Elemente wie die Fahnen tragenden Begleiter und das Ruinenmotiv erinnern an Martin Schongauers Kupferstich zum gleichen Thema. Die Burgruine entspricht der zeitgenössischen Vorstellung von der zerfallenen Synagoge, auf deren Fundamenten sich die christliche Kirche erheben wird. Der Bogen über der Heiligen Familie und das Strohdach über den Königen können als wertende Attribute der Figuren gedeutet werden.

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