An alle Esel

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Worum es geht

Beschreibung

Der luxemburgische Künstler Michel Majerus (1967-2002) gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Gegenwartskunst. Seine Werke, die Popkultur spielerisch aufgreifen, zeichnen sich durch vielfältige Mediennutzung aus. Obwohl er sich selbst nicht als Pop-Art-Künstler sah, lässt sich sein Schaffen dieser Tradition zuordnen. Majerus integrierte Motive aus der Alltagswelt wie Comicfiguren, Logos, Werbung und Videospiele in seine Gemälde, Installationen und Skulpturen. Ähnlich wie Pop-Art-Künstler der 1960er Jahre hinterfragte er damit die Konsumkultur und ihren Einfluss auf die Gesellschaft. Majerus ging jedoch in seiner Mediennutzung weit über die Pop-Art hinaus und verwendete neben Malerei und Skulptur auch Fotografie, Video und digitale Medien. Dies spiegelte die wachsende Bedeutung der Medien in der Gesellschaft der 1990er Jahre wider, die Majerus sowohl analog als auch digital sampelte. Serielle Techniken wie Siebdruck und Schablonen nutzte er zur Vervielfältigung seiner Motive. Auch in dem Gemälde »An alle Esel« taucht wiederholt und in alle Richtungen abdriftend der Kopf eines Esels auf. Die serielle Anordnung der Eselsköpfe erweckt Erinnerungen an gekachelte Wände oder Tapeten. Dies ist keine zufällige Assoziation: Bei einer Probehängung des Werks 1991 in Stuttgart wurde der Baumwollstoff direkt an der Wand angebracht, bevor ein Teil des Stoffes anschließend auf Keilrahmen gespannt wurde. »An alle Esel« ist damit ein frühes Beispiel für Majerus' künstlerisches Schaffen, dass er nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart (1986 bis 1992) bis zu seinem frühen Tod durch einen Flugzeugabsturz in Berlin verbrachte.

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