Worum es geht
Zwischen 1763 und 1764 schuf Nicolas Guibal das Deckengemälde in der Salle à Manger, dem großen Saal, von Schloss Monrepos (»Meine Ruhe«) bei Ludwigsburg, das zwischen 1760 und 1762 von Pierre Louis Philippe de la Guêpière (1715-1773) für Herzog Carl Eugen errichtet wurde (Ulrike Seeger: Ludwigsburg, Lustschloss Monrepos, in: Stephan Hoppe, Hubert Locher und Matteo Burioni (Hg.): Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland, 2020; CbDD - Ludwigsburg, Seeschloss Monrepos [Text] (deckenmalerei.eu) . Der »Platfond exécté dans le Salon du Château de la Seehaus près de Louisbourg«, wie es in der Bildlegende des Kupferstichs von Johann Ludwig Gabriel Necker zu lesen ist, zeigt den Moment, in dem Venus versucht, ihren sterblichen Geliebten Adonis vom Aufbruch zur Jagd zurückzuhalten. Das tragische Ende der Geschichte führte dazu, dass Adonis von einem Eber getötet wurde. Das direkt auf den Plafond in Kaseinmischtechnik auf Alabastergips gemalte Deckenbild wurde von Guibal nachträglich 1766 auf dem Ruder des Flussgottes signiert und datiert. Dies fehlt im Stich, so dass zu vermuten ist, dass Necker als Vorlage auf eine Zeichnung von Guibal zurückgegriffen hat. Auch weitere Details sind im Stich unterschiedlich: So wird Venus beim Zurückhalten des Adonis von ihrem Sohn Amor unterstützt, der sich an dessen Bein klammert, über ihnen fliegen zwei Putti mit einer Taube an der Leine. Auch die dritte Grazie hinter Venus, die im Deckenbild fehlt, ist noch vorhanden. Necker war Schüler von Guibal an der Militärakademie, wie auch rechts unten im Stich vermerkt ist: »Gravé par L. Necker, Eléve de l'Acad. Milit. Ducale à Stouttgard 1781«.
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