Green Culture in der Staatsgalerie Stuttgart

Unsere Verantwortung für Kultur und Klima

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und er macht auch vor Museen nicht halt. Gerade für uns als Staatsgalerie ist Nachhaltigkeit von besonderer Bedeutung: Unser Auftrag, Kunstwerke zu sammeln, zu bewahren und für alle erlebbar zu machen, erfordert viel Energie und Ressourcen. Mit vier Gebäuden und insgesamt 23.646 m² Fläche, davon rund 15.000 m² klimatisiert an 365 Tagen im Jahr und etwa 12.000 m² an 310 Tagen beleuchtet, tragen wir eine große Verantwortung. Diese Verantwortung nehmen wir ernst: Seit mehr als zehn Jahren wird in der Staatsgalerie »Green Culture« großgeschrieben – wir setzen konsequent auf Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Seitdem konnten wir unseren Energieverbrauch kontinuierlich senken und arbeiten stetig daran, noch besser zu werden.

Wir stehen in engem und regelmäßigem Austausch mit anderen Kultur- und Umweltschutzinstitutionen. So sind wir bspw. seit 2023 Partner-Museum im Aktionsnetzwerk »Nachhaltigkeit in Kultur und Medien« und haben 2025 zusammen mit der Green Culture Anlaufstelle zu einem Netzwerktreffen in die Staatsgalerie eingeladen. Zudem nehmen wir an Programmen wie Klimaschutz in Kultureinrichtungen und BWZero teil und waren an der Entwicklung des Leitfadens Green Culture  des Landes Baden-Württemberg wie auch am Leitfaden Klimaschutz im Museum des Deutschen Museumsbundes maßgeblich beteiligt, der Kultureinrichtungen praxisnah beim Klimaschutz unterstützt. Als Landesbetrieb und Museum sehen wir unsere Aufgabe nicht nur in der Bewahrung von Kunst und Kultur, sondern auch darin, aktiv zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wie dem Klimawandel beizutragen. Durch nachhaltiges Handeln, Aufklärung und Bildung wollen wir ein Zeichen setzen und als Vorbild zeigen, wie Kunst und Klima Hand in Hand gehen können.

Zertifiziert für Qualität, Umwelt und Energie

Für uns ist Nachhaltigkeit kein loses Versprechen, sondern ein messbarer und gelebter Standard. Bereits 2014 haben wir unser Qualitätsmanagement nach ISO 9001 zertifizieren lassen. Ein klares Bekenntnis zu transparenten Prozessen, festen Qualitätszielen und dem Anspruch, sowohl die Erwartungen unserer Besucherinnen und Besucher als auch unsere Unternehmenswerte, einschließlich Klima- und Umweltschutz, zu erfüllen. Im Zuge dessen dokumentierten wir erstmals umfassend die energetische Leistung und die wichtigsten Umweltfaktoren unserer Einrichtung. Seither senken wir durch technische Innovationen und optimierte Abläufe kontinuierlich unseren Energieverbrauch sowie den Einsatz von Umweltressourcen.

2016 folgten zwei weitere wichtige Meilensteine: die Zertifizierung unseres Umweltmanagements nach ISO 14001 und unseres Energiemanagements nach ISO 50001. Damit verpflichten wir uns, Umweltaspekte konsequent zu identifizieren, geltende Gesetze und Vorschriften einzuhalten, klare Umweltziele zu definieren und unsere Mitarbeitenden aktiv einzubinden und zu sensibilisieren. Ein zentrales Prinzip ist dabei die kontinuierliche Verbesserung unserer Umweltleistung, von der Wasserreduktion bis zur Förderung der Biodiversität. Im Energiemanagement liegt unser Fokus insbesondere auf den Ausstellungs- und Depotflächen. Hier regulieren wir Temperatur und Luftfeuchtigkeit präzise mithilfe innovativer Technik. Durch die Entwicklung einer umfassenden Energiestrategie, die Umsetzung effizienter Maßnahmen und die konsequente Analyse unseres Energieverbrauchs gelingt es uns, den Energieeinsatz stetig zu optimieren und Treibhausgasemissionen zu reduzieren, ohne Kompromisse beim Schutz unserer Sammlungen eingehen zu müssen.

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Zertifikat Qualitätsmanagement
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Zertifikat Umweltmanagement
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Zertifikat Energiemanagement

In den letzten Jahren konnten wir deutliche Einsparungen erzielen: So wurden die Emissionen aus Warentransporten von 52,9 tCO₂e im Jahr 2023 auf 24,3 tCO₂e im Jahr 2024 nahezu halbiert. Auch die Emissionen aus Geschäftsreisen reduzierten sich im selben Zeitraum von 22,3 tCO₂e auf 17,7 tCO₂e. Im Bereich Mobilität wurde unser Fuhrpark vollständig auf ein Elektroauto sowie E-Bikes umgestellt, was eine nahezu vollständige Einsparung an CO₂-Emissionen gegenüber den vorherigen Verbrennerfahrzeugen bedeutet. Insgesamt haben wir allein von 2023 auf 2024 eine Reduzierung unserer Treibhausgasemissionen um 11 % erreicht.

Was wir konkret tun

Neben den bereits genannten Schritten wie die präzise Regulierung der Temperatur und Luftfeuchtigkeit setzten wir eine Vielzahl konkreter Maßnahmen um. Dazu gehören die schrittweise Umstellung unserer Beleuchtung auf energieeffiziente LED-Technik sowie der Einsatz von Zeitschaltuhren und Bewegungsmeldern, um Strom gezielt nur dann zu nutzen, wenn er wirklich benötigt wird. Wir beziehen ausschließlich Ökostrom und senken unseren Heizenergieverbrauch, indem wir die Temperaturen in Arbeitsräumen moderat absenken und die Heizung in Verkehrsflächen und Nasszellen ganz abschalten. Auch über den Museumsbetrieb hinaus achten wir auf nachhaltige Lösungen und schaffen Anreize zum Mitmachen: Besucherinnen und Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, erhalten einen ermäßigten Eintritt. Kunstwerke, die wir verleihen, werden ausschließlich von energiezertifizierten Transportunternehmen befördert. Unsere Mitarbeitenden verzichten bewusst auf Inlandflüge und in der externen Kommunikation verlagern wir den Fokus zunehmend von Printprodukten hin zu ressourcenschonenden digitalen Strategien. 

Zukunftsprojekte für Klima- und Artenschutz

Mit jedem Schritt in Richtung Sanierung rückt auch unser Ziel näher, Umweltschutz noch stärker in unsere Architektur zu integrieren. Derzeit entwickeln wir Konzepte für eine umfangreiche Fassaden- und Dachbegrünung in Kombination mit moderner Solartechnologie. Begrünte Fassaden wirken nicht nur als natürliche Wärmedämmung, sie senken auch die Umgebungstemperatur, binden Feinstaub, verbessern die Luftqualität und schaffen wertvolle Lebensräume für Insekten und Vögel. Dabei sind begrünte Glasflächen besonders wichtig für unser Artenschutzkonzept, die das Risiko von Vogelkollisionen deutlich verringern, eine der größten Gefahren für Vögel in städtischen Räumen. Darüber hinaus planen wir, den Ehrenhof zu entsiegeln und in eine grüne Oase zu verwandeln: mit Rasenflächen, vielfältigen Pflanzen und schattenspendenden Bäumen. Diese Maßnahmen fördern die Biodiversität, verbessern den naturnahen Wasserhaushalt, reduzieren Hitzeinseln und erhöhen gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für unsere Besucherinnen und Besucher.