Axel Foli, Collage unter Verwendung von Fotografien von Sailko, Häuser der Weissenhofsiedlung, Stuttgart, 2018, © Axel Foli


Weissenhof City

Von Geschichte und Gegenwart der Zukunft einer Stadt

Vor 100 Jahren wurde in Weimar das Bauhaus gegründet. Die Entwicklung der Avantgarde-­Schule ging, wie die Entwicklung der Moderne insgesamt, mit vielen Veränderungen an unter­schiedlichen Orten einher. Kartiert man das Bauhaus und sein globales Netzwerk, so gehört Stuttgart zu den Städten, die für viele Bauhäus­lerinnen und Bauhäusler mitprägend waren und im Gegenzug von ihnen beeinflusst wurden.

Als Ort der aktiven Produktion von Wissen haben wir Dani Gal, Michaela Melián, Martin Schmidl und Boris Sieverts eingeladen, ortsspezifisch konkret und darin exemplarisch Personen, Ideen sowie Wirkungs- und Rezeptions­stränge des Bauhauses und der Moderne in und von Stuttgart aus zu untersuchen. Wie können wir die Ambitionen des Bauhauses und den Universalismus der Moderne weiterdenken und berech­tigte Kritik daran produktiv machen?

Ein zentrales Ereignis für dieses Projekt ist die Ausstellung »Die Wohnung« (1927), mit dem Bau der Weissenhofsiedlung unter der Leitung Mies van der Rohes. Die Veranstaltung war mit dem Bauhaus eng verwoben und gilt als global rezipier­ter Meilenstein des Neuen Bauens.

Ein weiterer Ausgangspunkt für die Ausstellung »Weissenhof City« ist unsere Sammlung mit ihrem weltweit be­deutenden Bestand an Werken Oskar Schlemmers sowie Arbeiten und Dokumenten weiterer Künstler­innen und Künstler des Bauhauses. Von dessen Ideengeber Adolf Hölzel besitzen wir den kunst­theoretischen Nachlass.

Aus heutiger Perspektive setzen sich Dani Gal, Michaela Melián, Martin Schmidl und Boris Sieverts mit Orten und Bauten, Archiven und Dokumenten, Geschichte(n) und Mythen ausein­ander. Das Spektrum ihrer Beiträge reicht von Videos über Installationen bis zu »Reisen« durch den Stuttgarter Stadtraum. Zudem wird die Ausstellung »Weissenhof City« von einem viel­fältigen Programm begleitet, in dem das gemein­same Nachdenken im Zentrum steht.

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Publikation

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Begleitheft

Boris Sieverts: »Stuttgart. Reise durch einen Sonderfall«

Boris Sieverts’ Kunst ist flüchtig. Sie existiert vor allem außerhalb von institutionellen Ausstellungsformaten in Form von »Reisen«, auf denen man den Künstler begleiten kann. Wie Performances materialisiert Sieverts’ Kunst sich nicht. Sie findet im Stadtraum in Echtzeit mit den Mitreisenden statt und hat ihr Speichermedium in deren Köpfen.

Für die Ausstellung hat Boris Sieverts eine eintägige Reise durch Stuttgart entwickelt. In dieser geht es dem Künstler weniger um die Ikonen der Moderne als um jene Orte, an denen die Versprechen, aber auch die Widersprüche und das Scheitern der Moderne (noch) heute spürbar sind. Sein Augenmerk gilt dabei vor allem der besonderen Topografie der Stuttgarter (Stadt-) Landschaft als einer Art unbewusstem architektonischen Programm. Die Tour spannt einen Bogen vom Universitätscampus in Vaihingen zum Asemwald, taucht dann ab in die Senke der Stuttgarter Innenstadt, damit schließlich, nach einem langen und ereignisreichen Tag, von Neugereut zurückgeblickt werden kann.

Termine

LEIDER ALLE AUSGEBUCHT | Sa | 13.7. + 17.8. + 31.8. + 14.9. | 9.30 – 21.30 Uhr | 35 €
(inkl. Verpflegung, ÖPNV und Fahrrädern)
Anmeldung unter fuehrungsservice@remove-this.staatsgalerie.de oder T +49 711 470 40-452/-453. Der Treffpunkt wird bei Anmeldung bekanntgegeben.

Gesprächsreihe »How to Hölzel«: Martin Schmidl im Gespräch mit …

Die Installation von Martin Schmidl in der Ausstellung dient als Diskussionsort, als Plattform, um Adolf Hölzels bildnerisches Denken gemeinsam (wieder) zu entdecken und – nicht zuletzt vor dem Hintergrund aktueller Debatten um Wissensbildung in den Künsten – produktiv zu machen.

Essenzieller Bestandteil der Arbeit von Martin Schmidl ist die Gesprächsreihe »How to Hölzel«, in der Schmidl mit eingeladenen Diskussionspartnerinnen und -partnern sowie dem Publikum noch heute virulente Aspekte in Hölzels Werk, wie zum Beispiel sichtbares Denken, Ausstellungsgestaltung, Design und experimentelles Lehren und Lernen, untersucht. Die Gespräche finden in Schmidls Installation sowie in der Adolf Hölzel-Stiftung in Stuttgart-Degerloch, im Hotel Silber und am Österreichischen Platz unter der Paulinenbrücke statt, wo der gemeinnützige Verein »Stadtlücken« einen Ort für interdisziplinäre Begegnungen geschaffen hat.

Seine Auseinandersetzung mit dem Werk Hölzels dehnt Schmidl in ein Display ausgewählter Schriftblätter des Künstlers in der Adolf Hölzel-Stiftung in Degerloch aus.

Termine

Do 11.7. | 18.30 Uhr | frei
Martin Schmidl im Gespräch mit Stephan Dillemuth
»Von Experimentalgalerien zu Projekträumen – Kunst und ihre Ausstellungslabore«
Stadtlücken e.V., Österreichischer Platz, unter der Paulinenbrücke, 70178 Stuttgart


Fr 12.7. | 18.30 Uhr | frei
Martin Schmidl im Gespräch mit Alice Koegel
»Revisiting Hölzel – Der kunsttheoretische Nachlass aus Künstlerperspektive«
Im Rahmen des Sommerfests der Adolf Hölzel-Stiftung, Ahornstr. 22, 70597 Stuttgart


Do 12.9. | 18.30 Uhr | frei
Martin Schmidl im Gespräch mit Annette Weisser
»The Making of Artists – Zum Stand der Diskussion in der Lehre der Kunst«
Staatsgalerie Stuttgart, Barth-Flügel

Mi 2.10. | 18.30 Uhr | frei
Martin Schmidl im Gespräch mit Gabriele Hammermann
»KZ-Gedenkstätten und die Zukunft ihrer Ausstellungen«
In Kooperation mit dem Museum Hotel Silber, Museum Hotel Silber, Dorotheenstr. 10, 70173 Stuttgart


So 20.10. | 18.30 Uhr | frei
Martin Schmidl im Gespräch mit Sarah Owens
»Typografie meets Kunst«
Staatsgalerie Stuttgart, Barth-Flügel, Eingang über den Altbau der Staatsgalerie

 

Fr 13.10. | 16.30 Uhr | frei (ursprünglich 27.9., 18.00 Uhr)
Martin Schmidl im Gespräch mit Clemens Krümmel
»Zeichnen als Trainingseinheit und Experimentalsprache«
Staatsgalerie Stuttgart, Barth-Flügel, Eingang über den Altbau der Staatsgalerie

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unseren Veranstaltungen und dem Begleitheft

Axel Foli, Collage unter Verwendung von Fotografien von Sailko, Häuser der Weissenhofsiedlung, Stuttgart, 2018, © Axel Foli
Dani Gal, White City, 2018, HD-Video, Still, © Dani Gai; Galerie Kadel Willborn, Düsseldorf
Dani Gal, White City, 2018, HD-Video, Still, © Dani Gal, Galerie Kadel Willborn, Düsseldorf
Michaela Melián, Girl-Kultur, 2019, Teppichentwurf, © Michaela Melián/ VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Barbara Gross Galerie, München; Galerie Karin Guenther, Hamburg
Michaela Melián, Neues Bauen, 2019, Zeichnung, © Michaela Melián/VG Bild-Kunst, Bonn 2019; Barbara Gross Galerie, München; Galerie Karin Guenther, Hamburg
Martin Schmidl, Handwirtschaft (Ein Porträt von Adolf Hölzel), 2019, Entwurfszeichnung, © Martin Schmidl/VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Martin Schmidl, Handwirtschaft (Ein Porträt von Adolf Hölzel), 2019, Entwurfsmodell, © Martin Schmidl/VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Boris Sieverts, Modell, 2019, Video, Still, © Boris Sieverts
Boris Sieverts, Freie Waldorfschule Uhlandshöhe, Architekten: Billing, Peters, Ruff, Eingangsbereich, Stuttgart, 2018, © Boris Sieverts

Veranstaltungen

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Gefördert im Fonds Bauhaus heute der

Das Festival »Listen to the Weißenhof City« am 20.10. wird gefördert von

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