Fred Uhlman, Landschaft mit Erhängten (aus: "Captivity"), 1940, Staatsgalerie Stuttgart, © The Estate of Fred Uhlman

Über die Ausstellung

Mit der Ausstellung stellen wir einen bislang zu wenig beachteten »verlorenen Sohn« Stuttgarts in den Fokus. Der Jurist Fred Uhlman wird 1901 in Stuttgart geboren und muss bereits 1933 nach Frankreich ins Exil flüchten. Hier beginnt er als Autodidakt mit der Malerei.

1940 wird Uhlman für sechs Monate auf der Isle of Man interniert. In dieser Zeit entsteht der Zyklus »Captivity« mit seinen düsteren, symbolischen sowie antikirchlichen Visionen der gegenwärtigen und kommenden Zeit. Die Zeichnungen zeigen die Gräuel auf den Schlachtfeldern – ein moderner »Totentanz«. Hoffnung verschafft ein kleines Mädchen mit einem Luftballon, das durch apokalyptische Szenen wandert: auf einigen der Blätter findet sich die Widmung an seine am 3. Juli 1940 geborene Tochter.

1950 schenkt Fred Uhlman der Staatsgalerie 38 Zeichnungen aus diesem Zyklus. Unsere Ausstellung im Graphik-Kabinett stellt nun erstmals diese Werke in Stuttgart vor.

Tickets

7 € / 5 €

inklusive Sammlung

Die Werke der Ausstellung digital erkunden

Ausstellungsführungen

Do | 18.30 – 19.30 Uhr | 5 € / 2,50 €

So | 15.00 16.00 Uhr | 5 € / 2,50 €

Die Ausstellung ist unser Beitrag zu »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«.

 

 

Über den Künstler

»Insoweit sind meine Zeichnungen keine Tatsachenberichte. Was sie sind sind freie seelische Eindrücke. Was sie zu beantworten versuchten, war: welche Kräfte sind hinter dem moralischen und materiellen Débacle unserer Zeit? Wer ist verantwortlich? Wieweit sind diese Generäle, die Könige die Kirche anzuklagen? Inwieweit ist die Lehre Christi verfälscht worden bei Jongleuren und Fackelspielern etc. etc. [...] Das Material mit dem ich arbeiten konnte bestand aus Tusche, Kohle und oft schlechtem Papier. Ruhe gab es kaum. Einen Tisch hatte ich nicht. Mein Koffer auf einem Stuhl ersetzte das.«

Fred Uhlman an Theodor Musper, 21. Oktober 1950

Wir verweisen an dieser Stelle auch auf den Arbeitskreis selbständiger Kulturinstitute, der zum Gedenkjahr das Gemeinschaftsprojekt www.tsurikrufn.de ins Leben gerufen hat. Er erinnert an jüdische Persönlichkeiten, die zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind.

Aufsatz

Mehr über Fred Uhlman erfahren Sie in diesem wissenschaftlichen Aufsatz von Kuratorin Dr. Corinna Höper:

»Trotz Allem«

Interaktives Webfeature

Im Dunkeln – ein Leuchten

Die Ausstellung wird online von einer interaktiven Erzählung begleitet, die die Lebensgeschichte des Künstlers und dessen Werke wortwörtlich ans Licht bringt: Zeichnungen aus der Reihe »Captivity« und Fotografien geben Einblicke in die Zeitgeschichte sowie die Biografie von Fred Uhlman. Sie beleuchten kunsthistorische Aspekte über stimmungsvollen Ton, Bild und eine besondere Art der Interaktion.

Werkvorschau

Fred Uhlman, Landschaft mit Erhängtem (aus »Captivity«), 1940, Staatsgalerie Stuttgart, © The Estate of Fred Uhlman
Fred Uhlman, Menschen hinter Stacheldraht (aus »Captivity«), 1940, Staatsgalerie Stuttgart, © The Estate of Fred Uhlman
Fred Uhlman, Die toten Feldherren (aus »Captivity«), 1940, Staatsgalerie Stuttgart, © The Estate of Fred Uhlman
Fred Uhlman, Skeletthügel (aus »Captivity«), 1940, Staatsgalerie Stuttgart, © The Estate of Fred Uhlman

Veranstaltungen

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