23.10.2015 – 14.02.2016

Poesie der Farbe

Max Beckmann, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay, Otto Dix, Lyonel Feininger, George Grosz, Alexej Jawlensky, Wassily Kandinsky, Paul Klee, Alfred Kubin, August Macke, Franz Marc, Emil Nolde

Die emotionalen Kategorien, Melancholie – Heiterkeit – Brutalität, sind Anregung für die einzelnen Kapitel in der Ausstellung »Poesie der Farbe«, in denen Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken der Klassischen Moderne aus dem bedeutenden Bestand der Staatsgalerie Stuttgart präsentiert werden. »Blau« als Prinzip der Vergeistigung und Abstraktion wird vertreten durch die Künstler des »Blauen Reiter« in München, Franz Marc und Wassily Kandinsky, sowie einige ihrer Freunde wie August Macke, Heinrich Campendonk, Robert Delaunay, Alexej Jawlensky und Emil Nolde.
 »Rot« als Sinnbild für Brutalität und Aggression, d. h. den Krieg, vereint Max Beckmann, Otto Dix, George Grosz und Paul Klee, die – jeder auf seine Weise – versuchen, das Unbegreifbare zu verarbeiten.

Die Gratwanderung zwischen Beruhigung und Unsicherheit ab den 1920er Jahren offenbart sich in der Künstlergruppe »Die Blaue Vier«. Hier treffen die Bauhaus-Meister Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee auf Alexej Jawlensky.

»Gelb« ist das abschließende Satyrspiel, in dem einige der Künstler noch einmal zusammenkommen – sinnlich, ironisch, bis ins Groteske gehend und damit allen Abgründen und Widrigkeiten mit Hilfe der Kunst trotzend.

Die Chance, Gemälde, Zeichnungen und Druckgraphiken verschiedener Künstler aus dem gesamten Bestand zu vereinen, ist einer der großen Glücksfälle, die ein Museum wie die Staatsgalerie Stuttgart bieten kann: Ihr wertvoller Schatz, der das Ergebnis einer rund 200-jährigen Sammelleidenschaft von Direktoren und Konservatoren, der sie darin unterstützenden Landesherren und Ministerien sowie parallel zahlreicher privater Sammler mit ihren Stiftungen und Leihgaben ist, bringt immer wieder Überraschungen oder Neuentdeckungen ans Licht, wirft Fragen auf und liefert Antworten. Bereits Bekanntes aus der ständigen Präsentation kombiniert mit noch nie Gesehenem aus den Depots und Magazinen – Meisterwerke, die nicht versteckt werden, sondern allein aus konservatorischen oder simplen Platzgründen selten ans Licht kommen, schon als gefragte Leihgaben in aller Welt, aber noch nie hier in Stuttgart gezeigt wurden – bieten eine neue Sicht.

Katalog

Zur Ausstellung »Poesie der Farbe« ist ein Katalog erschienen.

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