Meister von Meßkirch, Die Anbetung der Heiligen Drei Könige, Detail aus der Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars von St. Martin in Meßkirch, Meßkirch, Pfarrkirche St. Martin, © Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Michael Eckmann

Ausstellung

Meisterhaft

Unbekannt sein Name, rätselhaft seine Herkunft. Seit mehr als einem Jahrhundert zieht das Geheimnis um die Identität des Meisters von Meßkirch die Menschen in seinen Bann. Mehr noch als das Mysterium des Unbekannten fesseln die erhaltenen Werke. Prachtvolle Farben, die über die Jahrhunderte nichts von ihrer Strahlkraft verloren haben, Gewänder, deren Stofflichkeit greifbar erscheint und Heilige mit unverwechselbaren Charakterköpfen lassen verstehen, warum der schwäbische Maler zu den bedeutendsten Künstlern der Generation nach Dürer, Cranach und Grünewald zählt.

 

 

Katholische Pracht

Die Große Landesausstellung trägt erstmals das Werk des Malers, welches heute auf die bedeutendsten Sammlungen dieser Welt verstreut ist, zusammen. Kernstück bildet hierbei die Rekonstruktion der Ausstattung von St. Martin in Meßkirch. Mit bis zu 12 Altären entstand dort zwischen 1535 und 1540 ein farbgewaltiges Bollwerk gegen die Reformation. Kostbar gekleidete Heilige lassen den Besucher eintauchen in die frühere Pracht des Kirchenbaus.

 

 

 

 

Reformationszeit

Die goldglänzenden Bilder des Meisters von Meßkirch lassen vergessen, dass zu ihrer Entstehungszeit Europa in seinen Grundfesten erschüttert wurde. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich damals, von Wittenberg ausgehend, die Idee einer Reform der Kirche. Neben Flugblättern und Holzschnitten, die den medialen Kampf gegen die Papstkirche illustrierten, verbildlichen Hauptwerke Cranachs die lutherische Lehre. Und auch die Infragestellung und Zerstörung der Bilder wird eindrucksvoll vor Augen geführt.

 

 

Protestantische Größe

Als Hauptwerk reformatorischer Kunst bildet der sogenannte Gothaer Altar das Gegenstück zu den Tafeln des Meisters von Meßkirch. Mit 162 Darstellungen gilt der monumentale Flügelaltar, der um 1538 für das Stuttgarter Schloss geschaffen wurde, als bilderreichstes Werk der Altdeutschen Malerei. Nach 369 Jahren kehrt er für die Landesausstellung an seinen Bestimmungsort zurück und nur hier werden nochmals alle Tafeln gleichzeitig zu sehen sein.

Mit annähernd 200 Leihgaben aus Deutschland, Europa und den USA zählt die große Landesausstellung zu den wichtigsten Ereignissen aus Anlass des Reformationsjubiläums.

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Ein reich bebilderter Katalog in deutscher Sprache ist für 39,90 € im Museumsshop erhältlich.

Ausstellungsführungen

donnerstags | 18.00 Uhr

samstags | 15.00 Uhr

sonntags | 15.00 Uhr

5 € / 2,50 €

Meister von Meßkirch, Die Anbetung der Heiligen Drei Könige, um 1535/38, 65,7 cm x 92,8 cm, Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars von St. Martin in Meßkirch, Meßkirch, Pfarrkirche St. Martin, © Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Michael Eckmann
Meister von Meßkirch, Die Anbetung der Heiligen Drei Könige, um 1535/38, 65,7 cm x 92,8 cm, Detail aus der Mitteltafel des ehemaligen Hochaltars von St. Martin in Meßkirch, Meßkirch, Pfarrkirche St. Martin, © Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg i. Br., Bildarchiv, Aufnahme Michael Eckmann
Meister von Meßkirch, Wildensteiner Altar, Madonna mit den vierzehn Heiligen des Zimmernschen Hauses (geöffneter Zustand), 1536, Mischtechnik auf Nadelholz, 64 x 60 cm, Staatsgalerie Stuttgart
Meister von Meßkirch, Wildensteiner Altar: Madonna mit den vierzehn Heiligen des Zimmernschen Hauses (Mitteltafel), 1536, Mischtechnik auf Nadelholz, 64 x 60 cm, Staatsgalerie Stuttgart
Meister von Meßkirch, Wildensteiner Altar (Madonna mit den vierzehn Heiligen des Zimmernschen Hauses), Hl. Martin, Detail aus der Mitteltafel, 1536, Mischtechnik auf Nadelholz, 64 x 60 cm, Staatsgalerie Stuttgart
Meister von Meßkirch, Verspottung Christi, um 1535/40, Warschau, Nationalmuseum, © Warschau, Nationalmuseum
Meister von Meßkirch, Kreuzigung Christi, um 1530, Schwäbisch Hall, Sammlung Würth, Johanniterkirche, © Sammlung Würth, Foto: Horst Ziegenfusz
Heinrich Füllmaurer Werkstatt, Gothaer Tafelaltar, Mitteltafel, 1539/41, Gotha, Herzogliches Museum, © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, Fotograf: Lutz Ebhardt
Hans Baldung Grien, Die Hl. Anna mit dem Christusknaben, der Hl. Jungfrau und dem Hl. Johannes dem Täufer, um 1511, Washington, National Gallery of Art, Samuel H. Kress Collection, 1961.9.62, © Washington, National Gallery of Art
Lucas Cranach d.Ä. oder d.J., Der gute Hauptmann unter dem Kreuz Christi, 1539, Aschaffenburg, Bayerische Staatsgemäldesammlung – Staatsgalerie im Schloss Johannisburg Aschaffenburg, © Bayerische Staatsgemäldesammlung, Foto: Sibylle Forster

Erkunden Sie alle Exponate der Ausstellung aus unserer eigenen Sammlung:

Über den unbekannten Künstler

Der Künstler »Der Meister von Meßkirch« ist nach seinem Hauptwerk, dem Altarzyklus der Pfarr- und Stiftskirche St. Martin in Meßkirch, benannt. Alle bisherigen Versuche, den Anonymus mit einer regional beurkundeten Künstlerpersönlichkeit zu identifizieren, haben hypothetischen Charakter. Auch die jüngsten, auf Forschungen der 1930er-Jahre beruhenden Vorschläge, ihn mit Joseph Weiß oder - alternativ - mit dessen Bruder Marx d. J. gleichzusetzen, können aus stilistischen Gründen nicht restlos überzeugen, auch wenn diese beiden die Werkstatttradition des Meisters von Meßkirch in Balingen und im Bodenseeraum bis in das letzte Viertel des 16. Jahrhunderts fortführten.

Über die Lehr- und Wanderjahre des Meisters von Meßkirch liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor. Vermutlich verdankte er seine erste Schulung einer ulmisch geprägten Werkstatt. Stileigentümlichkeiten lassen ihn im weitesten Sinne der Nachfolge Albrecht Dürers zugehörig erscheinen, dessen Motivschatz er wohl in erster Linie durch die Druckgraphik kennengelernt haben dürfte. Engere Berührungspunkte weist sein Werk auch zu den Dürer-Schülern Hans Schäufelein und Hans Baldung Grien auf. Im Freiburger Atelier des Letzteren hat der Meister von Meßkirch möglicherweise zeitweise mitgewirkt.

Etwa zwischen 1520 und 1540 war der Künstler in der Umgebung von Sigmaringen als Wand- und Tafelmaler tätig. Dass er spätestens seit den 1530er-Jahren über eine gut organisierte Werkstatt mit etlichen Mitarbeitern verfügte, belegt die hohe Anzahl der aus dieser Zeit erhaltenen Werke und deren deutlich erkennbare unterschiedliche Ausführungsqualitäten.

Veranstaltungen

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Unter der Schirmherrschaft von Winfried Kretschmann, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg

 

 

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Die Ausstellung ist Teil der Reformationsmeile Stuttgart:

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