Julian Rosefeldt, Manifesto, 2015, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Ausstellung

Die Freunde der Staatsgalerie – Stuttgarter Galerieverein haben 2016 MANIFESTO von Julian Rosefeldt erworben. Die Staatsgalerie bedankt sich für diese spektakuläre Neuerwerbung mit einer aufwändigen Inszenierung der 13teiligen Filminstallation.

Rosefeldts jüngste Arbeit ist eine Hommage an das Künstlermanifest von Dada, Fluxus, Pop Art, Konzeptkunst bis Dogma 95 und fragt nach der Rolle der Kunst in der Moderne. Durch Kürzung und Kombination dieser historischen Schriften entstanden poetische Textcollagen, die von der Schauspielerin Cate Blanchett in 13 verschiedenen Rollen gesprochen und verkörpert werden. Ob als Choreographin eines Tanzensembles, Grundschullehrerin, Trauerrednerin, Fabrikarbeiterin, Börsenmaklerin oder als obdachloser Mann, immer holen diese Charaktere die historischen Manifeste in die heutige Alltagswelt. Die Formulierungen und Forderungen behaupten sich in ihren neuen Umgebungen und erweisen sich als überraschend aktuell. Die Radikalität der Texte, Rosefeldts Bildwelten und Blanchetts Wandlungsfähigkeit verdichten sich in MANIFESTO zu einem orchestralen Zusammenklang von überwältigender Schönheit und Brisanz.

MANIFESTO ist eine gemeinsame Produktion des Australian Centre for the Moving Image Melbourne, der Art Gallery of New South Wales Sydney, der Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin und dem Sprengel Museum Hannover. Das Projekt wurde von der Ruhrtriennale und der Burger Collection Hongkong koproduziert. Es entstand dank der großzügigen Unterstützung des Medienboards Berlin-Brandenburg und in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk.

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Biografie Julian Rosefeldt

© Renate Brandt 2011

Der in Berlin arbeitende Künstler Julian Rosefeldt ist international bekannt für seine visuell opulenten und minutiös inszenierten Filmarbeiten, die zumeist als komplexe Mehrkanal-Installationen angelegt sind. Gleichermaßen inspiriert von der Geschichte des Films und der Populärkultur, bedient sich Rosefeldt vertrauter Filmklischees, um den Betrachter in surreale, inszenierte Situationen zu entführen, deren Protagonisten gänzlich in die Rituale des Alltags vertieft erscheinen. Mit Humor und Satire lockt Rosefeldt den Betrachter in vermeintlich vertraute, jedoch verfremdete Welten.

MANIFESTO Szenen

PROLOG

SITUATIONISMUS

FUTURISMUS

Börsenmaklerin

Filippo Tommaso Marinetti, Manifest des Futurismus (1909)
Giacomo Balla / Umberto Boccioni / Carlo Carrá / Luigi Russolo / Gino Severini, Manifest der futuristischen Maler (1910)
Guillaume Apollinaire, Die futuristische Antitradition (1913)
Dziga Vertov, WIR: Variante eines Manifests (1922)

ARCHITEKTUR

Arbeiterin in einer Müllverbrennungsanlage

Bruno Taut, Nieder der Seriosismus! (1920)
Bruno Taut, Frühlicht (1921)
Antonio Sant’Elia, Manifest der futuristischen Architektur (1914)
Coop Himmelb(l)au, Architektur muss brennen (1980)
Robert Venturi, Nicht-geradlinige Architektur: Ein freundliches Manifest (1966)

VORTIZISMUS / BLAUER REITER / ABSTRAKTER EXPRESSIONISMUS

Geschäftsführerin auf einem privaten Empfang

Wassily Kandinsky / Franz Marc, Vorwort zum Almanach ‚Der Blaue Reiter‘ (1912)
Barnett Newman, The Sublime is Now (1948)
Wyndham Lewis, Manifest (1914)

ESTRIDENTISMUS / KREATIONISMUS

Tätowierte Punkerin

Manuel Maples Arce, Ein schrilles Rezept (1921)
Vicente Huidobro, Wir müssen erschaffen (1922)
Naum Gabo / Anton Pevzner, Das realistische Manifest (1920)

SUPREMATISMUS / KONSTRUKTIVISMUS

Wissenschaftlerin

Naum Gabo / Anton Pevzner, Das realistische Manifest (1920)
Kasimir Malewitsch, Suprematistisches Manifest (1916)
Olga Rozanova, Kubismus, Futurismus, Suprematismus (1917)
Alexander Rodtschenko, Manifest der suprematistischen und ungegenständlichen Maler (1919)

DADAISMUS

Trauerrednerin

Tristan Tzara, Dada Manifest 1918 (1918)
Tristan Tzara, Manifest von Monsieur Aa dem Antiphilosophen (1920)
Francis Picabia, Kannibalistisches Dada Manifest (1920)
Georges Ribemont-Dessaignes, Die Freuden von Dada (1920)
Georges Ribemont- Dessaignes, An das Publikum (1920)
Paul Éluard, Fünf Wege zur Dada-Abkürzung oder zwei Worte der Erklärung (1920)
Louis Aragon, Dada Manifest (1920)
Richard Huelsenbeck, Erstes Deutsches Dada Manifest (1918)

SURREALISMUS / SPATIALISMUS

Puppenspielerin

André Breton, Surrealistisches Manifest (1924)
André Breton, Zweites Surrealistisches Manifest (1929)
Lucio Fontana, Weißes Manifest (1946)

POP ART

Konservative Mutter mit Familie

Claes Oldenburg, Ich bin für eine Kunst… (1961)

FLUXUS / MERZ / PERFORMANCE

Choreographin

Yvonne Rainer, Kein Manifest (1965)
Emmett Williams, Philip Corner, John Cage, Dick Higgins, Allen Bukoff, Larry Miller, Eric Andersen, Tomas Schmit, Ben Vautier (1963-1978)
George Macuinas, Fluxus Manifest (1963)
Mierle Laderman Ukeles, Maintenance Art Manifest (1969)
Kurt Schwitters, Die Merz Bühne (1919)

KONZEPTKUNST / MINIMALISMUS

Nachrichtensprecherin und Reporterin

Sol LeWitt, Regeln konzeptueller Kunst (1967)
Sol LeWitt, Bemerkungen zu konzeptueller Kunst (1969)
Sturtevant, Mentale Strukturen in Bewegung (1999)
Sturtevant, Der Mensch ist ein Doppelgänger ist eine Kopie ist ein Klon (2004)
Adrian Piper, Idee, Form, Kontext (1969)

FILM / Epilog

Lehrerin

Stan Brakhage, Metaphern des Sehens (1963)
Jim Jarmusch, Goldene Regeln des Filmemachens (2002)
Lars von Trier / Thomas Vinterberg, Dogma 95 (1995)
Werner Herzog, Minnesota Deklaration (1999)
Lebbeus Woods, Manifest (1993) – Epilog

Julian Rosefeldt, Manifesto, 2015, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Julian Rosefeldt, Manifesto, 2015, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Julian Rosefeldt, Manifesto, 2015, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Julian Rosefeldt, Manifesto, 2015, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2016
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Julian Rosefeldt, Manifesto, 2015, Staatsgalerie Stuttgart, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie © VG Bild-Kunst, Bonn 2016

Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint ein aufwendig bebilderter Katalog auf Deutsch und Englisch bei König Books London mit allen Texten sowie mit Beiträgen von Burcu Dogramaci, Anna-Catharina Gebbers / Udo Kittelmann, Reinhard Spieler und einem Interview mit dem Künstler von Sarah Tutton und Justin Paton.

ISBN: 978-3-86335-855-6
24,90 € im Museumsshop (Buchhandelspreis 39,80 €)

Veranstaltungen

Offizieller Trailer zu MANIFESTO

Meta Test

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