Ausstellung

In der Überzeugung, dass man am Puls der Zeit leben müsse, trug das Schweizer Ehepaar Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler zwischen 1906 und 1936 eine umfangreiche Sammlung postimpressionistischer Kunst zusammen.
Von van Gogh bis Cézanne, von Manet bis Vallotton, von Manguin bis Renoir sind darin nahezu alle großen Vorreiter der künstlerischen Moderne vertreten. Schwerpunkte der einzigartigen Kollektion liegen bei den Nabis-Künstlern Félix Vallotton, Pierre Bonnard und Édouard Vuillard sowie den Fauves um Henri Matisse.

Durch ihre Werke und den freundschaftlichen Austausch, der Künstler und Sammler verband, wurde die Villa Flora, das Wohnhaus der Hahnlosers in Winterthur, zu einem Ort der Einheit von Kunst und Leben und des Aufbruchs in die Moderne. Ihre Strahlkraft wirkte sich über die Grenzen des privaten Mäzenatentums hinaus befruchtend auf das öˆffentliche Sammeln aus.


Die Ausstellung »Aufbruch Flora« präsentiert rund 100 Gemälde und Skulpturen von 15 Künstlern aus der historischen Sammlung Hahnloser. Diese treten in einen Dialog mit den Beständen der Staatsgalerie Stuttgart – das öˆffentliche und private Sammeln wird dadurch in seiner fruchtbaren Wechselwirkung anschaulich.

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Die Villa Flora in Winterthur

1846
Der Zimmermeister Johann Heinrich Heider (1814-1850) erbaut nach eigenen Entwürfen ein Handwerkerhaus im klassizistischen Stil.

1858-1862
Johann Heinrich Bühler-Guyer, der Großvater von Hedy Hahnloser-Bühler, kauft das Haus und erweitert es um einen Lager- und Geschäftstrakt für den Spinnereibetrieb der Familie. Im Garten entsteht ein Wirtschaftsgebäude.

1898
Hedy Bühler erwirbt das Anwesen und bezieht es nach ihrer Heirat mit Arthur Hahnloser. Dieser richtet im Haus seine erste Augenarztpraxis ein.

1907
Arthur Hahnlosers Praxisräume werden in das Privatkrankenhaus Am Lindberg verlegt. Die »Flora« wird nun vollständig als Wohnhaus genutzt. Die Einrichtung, die vor allem Hedy als Kunsthandwerkerin kontinuierlich erneuert, wird zum idealen Rahmen für die entstehende Kunstsammlung.

1908
Die Architekten Rittmeyer & Furrer werden mit dem Einbau eines Salons im geometrischen Flächenstil der Secession beauftragt. Der für die "Flora" entworfene Salon wird zuvor bei der Raumkunstausstellung im Zürcher Kunstgewerbemuseum gezeigt.

1916
Der Garten der "Flora" wird vom Architekten Robert Rittmeyer in geometrischer Gestaltung angelegt und auf die großen Skulpturen von Maillol L' Été (Der Sommer, 1911) und Pomone (Pomona, 1910/1911) ausgerichtet. Haus, Garten und Sammlung wachsen zu einem einmaligen Ensemble zusammen.

1920
Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler suchen regelmäßig Erholung in Südfrankreich und erwerben 1923 in Cannes direkt am Meer das Haus "La Pauline".

1926
Um die mittlerweile umfassende Kunstsammlung angemessen präsentieren zu können wird nach einem Entwurf von Robert Rittmeyer ein Oberlichtsaal in die "Flora" eingebaut.

1936
Mit dem Tod von Arthur Hahnloser endet der Aufbau der Sammlung. Hedy empfängt viele an Kunst interessierte Besucher in ihrem Haus. 1952
Nach dem Tod von Hedy Hahnloser-Bühler zieht ihre Tochter Lisa Hahnloser-Jäggli mit ihrer Familie in die "Flora" ein. Als Gastgeberin empfängt sie interessierte Besucher und engagiert sich als Vermittlerin für die im Haus verbliebene Kunst.

1980
Die Nachkommen des Sammlerpaares gründen die Hahnloser/Jaeggli Stiftung um das Erbe ihrer Vorfahren lebendig zu erhalten.

1993
Der Trägerverein Villa Flora wird mit dem Ziel gegründet, die "Flora" und die Sammlung für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

1995
Unter dem Namen "Villa Flora Winterthur. Sammlung Hahnloser" wird das Haus als Museum eröffnet. Kuratorinnen der Sammlung sind Dr. Ursula Perucchi-Petri (bis 2007) und Dr. Angelika Affentranger-Kirchrath, die die Sammlung bis heute betreut.

2014
Wegen kommunaler Sparmaßnahmen wird das Museum vorübergehend geschlossen.

2015-2017
Die Sammlung wird in jeweils veränderter Zusammenstellung in der Hamburger Kunsthalle, im Musée Marmottan Monet in Paris, im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) und in der Staatsgalerie Stuttgart gezeigt.

 

Ab August 2017
Die Werke aus der Villa Flora finden als Dauerleihgabe für die nächsten 15 Jahre eine neue Bleibe im Kunstmuseum Bern. Weiterführende Informationen finden Sie auf der Webseite villaflora.ch.

FÉLIX VALLOTTON, La Blanche et la Noire, (Die Weiße und die Schwarze), 1913, Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich
Hedy, Paul, August, Arthur, Ida und Emil Hahnloser, vor Dezember 1910, © Archiv Villa Flora
VINCENT VAN GOGH, Le semeur (Der Sämann), 1888, Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich
PIERRE BONNARD, Promenade en mer (Segelpartie auf dem Meer), 1924, Privatsammlung, Foto: Reto Pedrini, Zürich, © VG Bild- Kunst, Bonn 2017
Édouard Manet,  Amazone (Die Amazone), 1883, Hahnloser/Jaeggli Stiftung Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich
FERDINAND HODLER, Das Jungfraumassiv von Mürren aus, 1911, Hahnloser/ Jaeggli Stiftung, Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich
Paul Cézanne, Portrait de l'artiste (Porträt des Künstlers), 1877/78,  Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich
Henri Matisse, Nice, cahier noir (Nizza, schwarzes Heft), 1918, Hahnloser/Jaeggli Stiftung, Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich, © Succesion H. Matisse/VG Bild-Kunst, Bonn 2016
Édouard Vuillard, Le vase bleu (Die blaue Vase), um 1932, Villa Flora, Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich
Odilon Redon, Andromède (Andromeda), um 1907, Villa Flora, Winterthur, Foto: Reto Pedrini, Zürich

Katalog zur Ausstellung

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog in deutscher Sprache;
100 Seiten, 128 farbige Abb.
28,5 x 22 cm, Festeinband

ISBN: 978-3-95498-286-8


19,90 € im Museumsshop
(Buchhandelspreis 24,90 €)

Hier haben Sie die Möglichkeit einen Blick in das Buch zu werfen.

Audioguide

Zur Ausstellung ist eine Audioführung in deutscher Sprache für 5€ an der Kasse erhältlich. Diese wurde in Zusamenarbeit mit Antenna InternationalTM erstellt.

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