
um 1753/54, Öl auf Leinwand
Traversis Prägung in Neapel ist unübersehbar und er gehört zu den außergewöhnlichsten italienischen Malern seiner Epoche. Obwohl er seit etwa 1750 in Rom lebte und arbeitete, zählt er zu den herausragenden Künstlern des neapolitanischen Settecento.
Vor allem schätzte man ihn als Meister des Genres. Er beobachtet seine Zeitgenossen mit verstecktem Humor und beißender Ironie, wobei sein psychologisches Einfühlungsvermögen die »kleinen« Leiden der Mitmenschen aufdeckt. Geheime Wünsche, Hoffnungen und Verhaltensweisen von bourgeoisen Neureichen und Parvenüs werden entlarvt.
Die Operation vollzieht sich hier in der Intimität eines privaten Ambientes. Traversis Sicht auf die Gesellschaft ist derjenigen von Giuseppe Maria Crespi in Bologna, Pietro Longhi in Venedig oder auch derjenigen von William Hogarth ähnlich. Seine Gemälde erlauben bereits einen komödiantenhaft eigenwilligen, heiteren Blick auf die Epoche der Aufklärung. Mit Recht konnte man daher gerade zu Traversis »Operation« bemerken: Es hätte durchaus »von Diderot in Auftrag gegeben, aber von Chardin gemalt« sein können. [ Rv ]
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