Gottlieb Schick (1776–1812)
»Wilhelmine Cotta«

1802, Öl auf Leinwand, Leihgabe der Freunde der Staatsgalerie

Ernestine Philippine Wilhelmine Haas (1769-1821), Pfarrerstochter aus Kilchberg bei Tübingen, heiratete Johann Friedrich Cotta, den Verleger Schillers und Goethes. Frau Cotta machte aus dem Wohnhaus in Tübingen eine Art schwäbischen Musensitz, gab Gesellschaften und kümmerte sich um eine weitläufige, gelehrte Korrespondenz.

Als Schick 1802 aus Paris zurückkam - er hatte dort Jacques Louis Davids Bildnis der Madame Récamier entstehen sehen - ließ sich Frau Cotta sogleich nach der neuesten Mode porträtieren. Groß ins Bild drapiert, als Dame von Welt gekleidet und frisiert, schlicht und elegant zugleich. Dass sie ihr robustes Naturell und das heimatliche Tübingen nicht ganz vergessen machen kann, liegt in einem gewissen Mangel an klassischer Schönheit begründet, der durch humorvolle Vitalität ausgeglichen wird. Ein gepflegter Park ist angedeutet und öffnet sich - in die pappelbestandene Neckarlandschaft.

Schicks Gemälde gehört zweifellos zu den bedeutendsten deutschen Bildnissen des 19. Jahrhunderts. Aber erst jene Verbindung von mondäner Eleganz und heimatlicher Vertrautheit verschafft dem Werk seinen eigentlichen, sympathischen Charme. [ CB ]

Heute im Museum
02.08.14

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Basiswissen Kunst - Führungen für Einsteiger
Basiswissen Kunst

15:00 Uhr
Königliche Sammellust. König Wilhelm I. von Württemberg als Sammler und Förderer der Künste
Ausstellungsführung

16:00 Uhr
Allan Kaprow und die amerikanische Kunst der 1960er-Jahre
Führung für Mitglieder der Freunde der Staatsgalerie

16:00 Uhr
Große Gefühle
Führung in einfachem Deutsch

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