
1892, Öl auf Leinwand
Intensität der Darstellung und Leuchtkraft der Farben entstanden unter dem unmittelbaren Eindruck von Gauguins erster Südseereise. Das Bild ist jedoch weniger ein naturgetreues Bildnis, als der Versuch eines Malers, sich aus einer völlig gegensätzlichen Lebenswelt einer fremden Kultur behutsam zu nähern und sie zu verstehen.
Das Wolfsjunge in den Händen der Frau ist ein Hinweis auf eine Episode der Maori-Mythologie, die von den Bewohnern Tahitis ausschließlich mündlich überliefert werden durfte. Mit der Frau ist Oviri gemeint, die Göttin des Todes, der sich die beiden Mädchen im Hintergrund furchtsam zuwenden. Der Blütenschmuck Oviris und die paradiesisch anmutende Vegetation, die sie umgibt, verweisen gleichzeitig auf ihre mythologische Nähe zu Hina, der Fruchtbarkeitsgöttin der Maori.
Die Gegensätzlichkeit von Leben und Tod in der westlichen Kultur scheint in der exotischen Welt rätselhaft aufgehoben und versöhnt. [ CB ]
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