Hendrick Goltzius (1558–1617)
Anbetung der Hirten

Kupferstich auf Büttenpapier, Blatt: 20,4 x 15,3 cm, Platte: 20,3 x 15,3 cm, Inv.Nr. A 11631

Hendrick Goltzius, schon zu Lebzeiten ein gefeierter Künstler in und außerhalb Haarlems, gilt als bedeutendster Graphiker der Niederlande in der Zeit des Manierismus. Der Kupferstich ist in seiner letzten Schaffensperiode entstanden, nach seiner Italienreise und ausführlichem Studium der Werke anderer Künstler. Obwohl nur Teile des Bildes ausgeführt sind, wird der Betrachter in das Geschehen miteinbezogen. Das Jesuskind ist nur skizziert; Maria öffnet behutsam das Tuch über ihm. Josef, in der Mitte des Bildes, erleuchtet mit seiner Kerze die Szene für zwei Hirten, die sich vorbeugen. Dieser Hell-Dunkel-Kontrast erzeugt Intimität innerhalb der Personengruppe. Die besondere Schönheit der Komposition offenbart sich in der ausgestalteten, im Bogen geschwungenen Figurengruppe über der hellen Fläche mit dem Jesuskind.

Goltzius demonstrierte hier seine Meisterschaft, die von Staunen und Erfurcht erfüllten Gesichtszüge der Betrachtenden zu modellieren, und so allein durch die Reaktionen der Beteiligten auf die Präsentation des Kindes das ganze Geschehen sichtbar zu machen.

Oben mittig platziert sind das kaiserliche Privileg, der Name des Künstlers und des Verlegers Jacob Matham. Matham übernahm den Graphikverlag seines Stiefvaters Goltzius und erhielt 1601 das kaiserliche Privileg. Die von Anfang an eingestochene Beschriftung zeigt, dass Goltzius und er den unvollendeten Stich als zur Veröffentlichung geeignet betrachteten. [ Birgit Lang ]

Heute im Museum
24.07.14

12:45-13:15 Uhr
Bildbetrachtung
Kurzführung

14:30 Uhr
Kopie oder Original? Italienische Meister in der königlichen Sammlung
Kuratorenkurzführung

18:00 Uhr
Königliche Sammellust. König Wilhelm I. von Württemberg als Sammler und Förderer der Künste
Kuratorenführung

18:00 Uhr
Sonderzug aus Pankow. Gerhard Richter & Freunde
Themenführung

18:30 Uhr
Die Ecole de Paris und die Geburt der Moderne
Führung für Mitglieder der Freunde der Staatsgalerie

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