
um 1518, Feder in Braun, braun laviert, weiß gehöht, quadriert in schwarzem Stift auf elfenbeinfarbenem Papier, 17,6 x 23,1 cm, Inv.Nr. C 96/4478
Der höchst spontan gezeichnete quadrierte Entwurf mit den auffallenden pentimenti (Reue- oder Korrekturzügen) am Stab des Knienden steht in Zusammenhang mit einem der Deckenbilder in der fünften Loggia des Vatican in Rom.
Raffael entwarf die figürliche Dekoration der 13 Raumkompartimente, seine Schüler Perino del Vaga, Giulio Romano, Giovanni Francesco Penni und Giovanni da Udine (für die Groteskendekoration) führten die Fresken zwischen März 1518 und Juni 1519 aus.
Die dargestellte Szene entstammt dem 1. Buch Mose (Kapitel 25, Vers 21), wobei vielleicht eine Kompilation mit den Versen zu Beginn des 26. Kapitels (Vers 2-4) vorliegt, in dem Isaak eine große Nachkommenschaft sowie das Land verheißen wird. Der Zeichner setzt Lavierung und Weißhöhung mit einem sicheren Gespür für die Bewegungsabläufe sowie die Körpervolumina ein und erreicht damit bereits im Entwurf eine bemerkenswerte Plastizität, die sich vor allem in den tief in den Raum hineingreifenden Figuren von Isaak und Gottvater äußert.
Der Zeichnung ist ein ausführliches Kapitel im Katalog der Ausstellung »Raffael und die Folgen - Das Kunstwerk in Zeitaltern seiner graphischen Reproduzierbarkeit« (26.05.-22.07.2001) gewidmet. [ CH ]
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