
um 1460, Feder in Dunkelbraun, Pinsel in Braun und Weinrot, weiß gehöht auf elfenbeinfarbenem Papier, 12,7 x 18,4 cm, Inv.Nr. II/1178 Slg. Schloss Fachsenfeld
In monumentaler Größe steht der Fuß direkt vor dem Auge des Betrachters. Das weiche Leder schmiegt sich eng an, die subtil eingesetzte Weißhöhung charakterisiert Ballen und Zehen.
Es handelt sich bei diesem Blatt offenbar um das Fragment eines Kartons, der zur Übertragung auf eine Wand als Vorbereitung zum Fresko diente (vgl. die Fresken del Cossas im Palazzo Schifanoia zu Ferrara). Aus dieser Zweckbedingung resultiert eine gewisse Starrheit, die jedoch durch das Überraschungsmoment der Darstellung, d.h. den aus seinem Zusammenhang herausgelösten Fuß, überspielt wird. Zudem sind die metallen wirkenden Röhrenfalten ein Stilmittel del Cossas, der aus Ferrara stammt und überwiegend dort sowie in Bologna tätig war. Die feinen Farbabstufungen des Weinrot und der zarten Lavierung verleihen dem Blatt einen zusätzlichen Reiz. [ CH ]
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