Illustrierte Bücher und Buchobjekte

Die Sammlung illustrierter Bücher bietet eine ausschnitthafte Übersicht über die Geschichte der Illustration von Literatur. Die Schwerpunkte liegen einerseits auf Beispielen für die Geschichte des Bilddrucks in Büchern, andererseits auf Büchern zur Geschichte der Kunst, zu graphischen Techniken und Kunstsammlungen.

Inkunabeln, vor 1501 gedruckte Bücher, sind nur wenige vorhanden, darunter eine Ausgabe der Dichtungen Francesco Petrarcas aus Venedig und ein koloriertes Exemplar der »Weltchronik« des Nürnberger Humanisten Hartmann Schedel. Unter den Bänden des 16. bis 18. Jahrhunderts gibt es Lehrbücher für Künstler, Ausgaben der antiken »Klassiker« mit Holzschnitten und Radierungen, sowie Porträtwerke. Sammelbände, die nicht als Buch konzipiert waren, sind integriert. Von historischer Bedeutung ist etwa eine im Jahr 1600 aus verschiedenen Graphikfolgen gebundene Bildenzyklopädie für Herzog Ludwig Friedrich.

Im 18. Jahrhundert dominieren Tafelwerke zur Archäologie, Architektur und Kunst. Hier wird die frühere Verbindung der Sammlung zur Künstlerausbildung in Stuttgart noch deutlich sichtbar. Bemerkenswert ist die druckgraphische Qualität vor allem in den »Galeriewerken«, Veröffentlichungen großer Kunstsammlungen mit reproduzierenden Stichen. [ UG ]

Der Nürnberger Arzt, Humanist und Büchersammler Hartmann Schedel verfasste die »Weltchronik« auf der Basis älterer Chroniken. Sie reicht von der Schöpfungsgeschichte bis in die damalige Gegenwart, gegliedert nach den Weltaltern und der Folge der politischen Herrschaften.


Eingefügt sind Beschreibungen von Ländern, Völkern, Städten und historischen Ereignissen. Die Illustrationen entstanden in der größten Künstlerwerkstatt Nürnbergs, bei Dürers Lehrer Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff. Mit 1809 Bildern von 645 Holzstöcken ist die "Schedel'sche Weltchronik" das bilderreichste Werk aus der Frühzeit des Buchdrucks überhaupt.

Das Exemplar der Graphischen Sammlung ist aufwendig mit Aquarellfarben koloriert und hervorragend erhalten. Berühmt ist das Buch vor allem wegen der frühen und authentischen Städteansichten.

Das Bild zu »Thrakien« dagegen gehört zu den Fantasieansichten; es wurde auch für Bayern verwendet. Thrakien ist der südöstliche Teil der Balkanhalbinsel (in den heutigen Ländern Bulgarien, Griechenland und der Türkei). Der Text nennt Lage und natürliche Grenzen des Landes und die antiken Autoren, die es beschrieben haben. So bietet das Bild zumindest visuelle Entsprechungen zu den im Text genannten Flüssen und Gebirgen. [ HMK ]

Hervorzuheben ist die Sammlung französischer Malerbücher des 19. und 20. Jahrhunderts, von Delacroix bis Matisse und Picasso, mit ihren für den Sammler Maurice Loncle kostbar gebundenen Vorzugsexemplaren.

Die Almanache, Zeitschriten und Publikationen der frühen Moderne in Deutschland bilden einen besonderen Sektor. Weitergeführt wird die Sammlung mit Beispielen für Künstlerbücher und Buchobjekte der Gegenwart. [ UG ]

Bestandskatalog

Französische Maler illustrieren Bücher. Die illustrierten Bücher der 19. und 20. Jahrhunderts in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart, 1965, von Christel und Gunther Thiem.

Bitte beachten Sie

Bei rund 5.000 Gemälden & Plastiken, 400.000 Graphiken und rund 150.000 Archivalien können wir selbstverständlich immer nur eine Auswahl unserer Werke präsentieren. Daher kann es durchaus vorkommen, dass Sie ein bestimmtes Werk bei Ihrem Besuch nicht ausgestellt finden, auch wenn es hier zu sehen ist. Falls Ihr Besuch im Museum nur einem bestimmtem Werk gilt, informieren wir Sie gerne vorab unter 0711 . 470 40-250 oder per E-Mail.

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