
um 1770, Bleistift, Feder in Grau, grau und rot laviert, 50,8 x 66,6 cm, Inv.Nr. C 3948
Die Ludwigsburger Porzellanmanufaktur, gegründet 1758 unter der Regierung Herzog Carl Eugens von Württemberg, gehört zu den bedeutenden deutschen Porzellanmanufakturen des 18. Jahrhunderts. Sie wurde schon 1824 wieder geschlossen; die heute arbeitende Manufaktur wurde 1948 neu gegründet. Im 19. Jahrhundert kam die Sammlung der gestochenen Vorlageblätter und der Entwurfszeichnungen in das Königliche Kupferstichkabinett; das Porzellan selbst gehört jetzt zur Sammlung des Württembergischen Landesmuseums Stuttgart.
Ihren Höhepunkt hatte die Manufaktur zwischen 1760 und 1770 mit dem Wirken von Künstlern wie dem in Meißen ausgebildeten Gottlieb Friedrich Riedel. Sein Entwurf für die Zierformen einer Terrine zeigt mustergültig den Entwurfsprozess: mit Zirkel und Lineal wird zunächst das geometrische Gerüst für das Gefäß festgelegt, mit dem Bleistift werden dann die Grundformen für Henkel, Füße und Dekor skizziert, und danach mit Feder und Pinsel die Zierformen entwickelt bis zur geradezu plastischer Wirkung. [ HMK ]
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