Daniel Gran (1694–1757)
»Studienblatt mit mythologischen Figuren und Heiligen«

Um 1720, Feder in Dunkelbraun über Bleigriffel auf Bütten, auf beiden Seiten zahlreiche Aufschriften, 21 x 32,5 cm. Inv.Nr. C 1952/439

Das beidseitig bearbeitete Blatt stammt aus Daniel Grans Studienzeit in Italien, die von 1719-1723 andauerte. Figurenstudien aus Gemälden mit mythologischem und religiösem Inhalt sind willkürlich angeordnet. Die Figuren weisen Positionen und Bewegungen unterschiedlichster Art auf. Gran hat sich dabei mit italienischen Vorbildern auseinandergesetzt und einige dieser Künstlernamen notiert. Das Blatt entstammt wahrscheinlich einem nicht erhaltenen Skizzenbuch, das sich Künstler als Formensammlung anlegten. Einzelne Figuren sind anhand ihrer Attribute identifizierbar, so der zentrale Frauenakt auf der Vorderseite als »Andromeda« und auf der Rückseite »Pluto mit seinem Höllenhund Cerberus«.

Gran hat die Figuren erst mit Bleigriffel skizziert und die Linien anschließend mit breiten Federstrichen nachgezogen. Die Studien weisen geschlossene, mit dicken geschwungenen Linien gezogene Konturen auf. An einigen Stellen sind noch deutliche Verbesserungen (Pentimenti) zu sehen. Um Plastizität zu erzeugen, wendet Gran unterschiedliche Methoden an: er modelliert die Binnenform mit bewegten Strichen und deutet Schatten zudem mit Schraffuren an. Im Gegensatz zu den männlichen Figuren, bei denen die Muskeln stark betont sind, weisen die weiblichen Figuren insgesamt reduzierte, zarte Binnenkonturen auf.

Daniel Gran hat sich so ein Formenrepertoire geschaffen, das er in späteren Werken häufig einsetzte. Aus Italien zurückgekehrt, wurde er in Wien durch seine Fresken berühmt und gilt heute als einer der Hauptvertreter des Wiener Barock. [ Gudrun Latten ]

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