
um 1623/24, Feder in Braun und Bleigriffel, gau und blaugrau laviert, 10,5 x 20,3 cm, Inv.Nr. C 6101
Mit sicherem Strich und atmosphärisch sensibler Lavierung gibt Merian ein exaktes Bild des herzoglich Württembergischen Hofes, der im frühen 17. Jahrhundert ein reizvolles Ensemble bildete.
Merians Fähigkeiten als Spezialist für Ansichten von Orten und Landschaften äußern sich in der klaren Ablesbarkeit aller Details. Am Rand der ausgedehnten Gartenanlagen liegt die Rennbahn, auf der Reiterspiele stattfanden, daneben der »Neue Bau«, das alte Lusthaus, das Schloss mit den Kaminen der Küche, die Stiftskirche, und rechts das von Georg Beer erbaute prachtvolle »Neue Lusthaus«. Es diente als Mittelpunkt großer höfischer Feste zu herzoglichen Hochzeiten und Taufen.
Merian war 1616 in Stuttgart und wirkte an der Publikation der Ballette, Feuerwerke und festlichen Kostümaufzüge in großen Radierungsfolgen mit. In dieser Zeichnung hat er nachträglich im Vordergrund mit Bleistift einen Reiter und weitere Staffagefigürchen eingefügt; so diente sie als Vorlage einer Radierung (Inv.Nr. A 32289). [ HMK ]
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