Johann Gotthard Müller (1747–1830)
»The Battle at Bunkers Hill near Boston« nach John Trumbull (1756–1843)

1798, Kupferstich und Radierung auf Bütten, Blatt: 59,1 x 80,2 cm, Platte: 58,5 x 79,9 cm, Inv. Nr. A 1989/6350

Der großformatige Kupferstich zeigt eine Szene aus dem Gefecht von Bunker Hill am 17. Juni 1775, der ersten größeren Schlacht im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien, bei der die Briten nur unter großen Verlusten siegten. Dabei steht, stark beleuchtet, der Tod des amerikanischen Generals Joseph Warren im Mittelpunkt. Dieser liegt als Sterbender in den Armen eines Kameraden, während um ihn die Schlacht tobt. Der Versuch eines britischen Soldaten, den am Boden liegenden General mit einem Bajonette zu erstechen, wird durch den britischen Offizier Small verhindert.

Trumbull zeigt in diesem »Historienbild in zeitgenössischem Gewand« die von Wut und Angst geprägte Situation des Krieges auf, indem er besonders die Gesichtszüge der Soldaten und Offiziere herausarbeitet. Die aufgerissenen Augen des sterbenden Generals Warren, das Wut verzehrte Gesicht des Soldaten, der auf ihn einstechen möchte, die leidvolle Miene des Major Pitcairn, der verwundet in den Armeen von zwei Kameraden liegt, drücken das Leid und den Schmerz aus, die mit dem Kriegsgeschehen einhergehen aus. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Darstellung des moralischen und integren Handelns in dieser von Emotionen geprägten Situation, in der man auch gegenüber einer verletzten oder sterbenden Feind Gnade walten lässt.

Trumbull schuf solche Gemälde als Ausstellungsbilder und Vorlagen für Kupferstiche. Johann Gotthard Müller, Leiter der Kupferstichschule in Stuttgart, arbeitete 1788 –1798 an dieser Kupferplatte. Für ihn ergaben sich, neben der Herausforderung, die spezielle Farbigkeit des Gemäldes im Stich passend in Schraffuren umzusetzen, auch das Problem der Ausarbeitung einer adäquaten Stichtechnik, welche den damaligen theoretischen Vorgaben für Historienstiche folgte. Anders als das Gemälde erscheint Müllers Interpretationsstich durch die farbliche Beschränkung gedämpfter und somit stärker auf die Handlung und die damit verbundene Implikationen der Akteure bezogen. [ Maria Bechtsudi ]

Heute im Museum
24.04.14

12:45-13:15 Uhr
Bildbetrachtung
Kurzführung

14:30-17:30 Uhr
Radierung ... was ist denn das?
Workshop für Jugendliche ab 12 Jahren

15:00 Uhr
Kunst & Textil - Stoff als Material und Idee in der Moderne von Klimt bis heute
Ausstellungsführung

17:00 Uhr
Bilder-Stoff (LEIDER AUSGEBUCHT!)
Führung

18:00 Uhr
Ungemein deutsch? Beobachtungen und Gedanken zu Kirchner, Corinth, Beuys und Kiefer
Themenführung

18:30 Uhr
Skulptur der Moderne
Führung für Mitglieder der Freunde der Staatsgalerie

18:30 Uhr
»Blick hinter die Kulissen ... wie entsteht eine Ausstellung in der Staatsgalerie?«
Junge Freunde Staatsgalerie

18:30 Uhr
Rembrandt: Paulus im Gefängnis
Vortrag

Bitte beachten Sie

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