Hans Ulrich Franck (1603–1675)
»Der Geharnischte Reiter«

1643, (Blatt 13 der Kriegsfolge), Radierung, 10 x 13,5 cm Platte, 11,4 x 13,7 cm Blatt, Inv.Nr. A 83/6164

Hans Ulrich Franck gehört zu den wenigen Künstlern, die die Schrecken den Dreißigjährigen Krieges in Deutschland dargestellt haben. Zwischen 1643 und 1656 schuf er eine Folge von 25 Radierungen, die zu den eindrucksvollsten Leistungen deutscher Druckgraphik des Barock gehört.

Anders als Jacques Callot, der in seinen berühmten Folgen der »Misères de la Guerre« das Panorama der Kriegsschrecken in sorgfältig komponierte Massenszenen fasste, schildert Franck die Gewalttätigkeiten nahsichtig und direkt. Nicht das Geschehen auf dem Schlachtfeld, sondern die Übergriffe der Soldaten auf die Zivilbevölkerung, Plünderung, Mord und Vergewaltigung, und die nicht weniger grausame Gegenwehr der Bauern stehen im Vordergrund.

Hier haben Soldaten ein Dorf geplündert und anschließend in Brand gesteckt; ein geharnischter Reiter verfolgt die in Todesangst flüchtenden Menschen über das Feld und hat einen Mann bereits niedergeritten. Die freie Strichführung skizziert den Hintergrund nur minimal und unterstreicht noch die Heftigkeit des Geschehens im Vordergrund. Einleitende Szenen aus dem Soldatenleben und das Schlussblatt mit dem erbärmlichen Tod des Reiters als Fraß der Raben fassen die Folge zu einer moralischen Mahnung zusammen. [ HMK ]

Heute im Museum
31.07.14

12:45-13:15 Uhr
Bildbetrachtung
Kurzführung

14:30 Uhr
Die Geschichte eines Ankaufs: Anton von Werners Kranke Nonne im Klosterhof
Kuratorenkurzführung

18:00 Uhr
Entdeckt, idealisiert, reproduziert: Gottlob Friedrich Steinkopf und die Landschaftsmalerei des schwäbischen Klassizismus
Themenführung

18:00 Uhr
Gebanntes Licht. Experimentelle Fotografien der Staatsgalerie Stuttgart
Ausstellungsbeginn

18:30 Uhr
18:30 Uhr - Staatsgalerie after work: Nackte Tatsachen - Aktmalerei
Führung für Mitglieder der Freunde der Staatsgalerie

Bitte beachten Sie

Bei rund 5.000 Gemälden & Plastiken, 400.000 Graphiken und rund 150.000 Archivalien können wir selbstverständlich immer nur eine Auswahl unserer Werke präsentieren. Daher kann es durchaus vorkommen, dass Sie ein bestimmtes Werk bei Ihrem Besuch nicht ausgestellt finden, auch wenn es hier zu sehen ist. Falls Ihr Besuch im Museum nur einem bestimmtem Werk gilt, informieren wir Sie gerne vorab unter 0711 . 470 40-250 oder per E-Mail.

Ab 20.5.2014 werden die Räume der »Italienischen Malerei« und Teile des »Schwäbischen Klassizismus« temporär wegen Baumaßnahmen geschlossen. Angebote für Kinder und Jugendliche Bildgalerie: Kunstvermittlung in Aktion Stuttgarter Galerieverein Vermietung Newsletter abonnieren Teilen

http://www.staatsgalerie.de/graphischesammlung/deutschland_rundg.php | © Staatsgalerie Stuttgart