
1984, Aquarell mit wasserlöslichem Kunststoffbindemittel, Bleistift, Ölpastellkreide auf Aquarellpapier, 17 x 23,8 cm, Inv.Nr. DKM, Gr. 1028, © VG Bild-Kunst, Bonn 2001
Der aus Dresden stammende, seit 1961 an der Düsseldorfer Kunstakademie, ab 1971 dort als Professor tätige Maler Gerhard Richter verblüfft seine Anhänger durch krasse Motiv- und Stilwechsel, die ihm inzwischen Weltgeltung eingebracht haben.
Unsere fünf Arbeiten stammen aus einer Reihe von 77 kleinformatigen Aquarellen, die Gerhard Richter zwischen Januar und Mai 1984 gemalt hat. Deren gemeinsames Kennzeichen ist neben der abstrakten Gestaltung mit Bleistift, Ölpastellkreide und Aquarellfarbe hauptsächlich die bis zum Äußersten getriebene Farbigkeit, die letztlich in Widerspruch zur traditionellen Aquarellmalerei steht. Statt transparenter Farbformen dominieren deckende und sogar glänzende Farbzüge, deren Leuchtkraft durch Helldunkel-, Komplementärfarb- und Formkontraste noch gesteigert wird.
Die bewusst widersinnige Verwendung der Aquarellfarbe als deckende Farbmaterie ist Teil von Gerhard Richters künstlerischer Strategie, sich gattungsmäßigen, stilistischen und kunsthistorischen Einordnungen zu entziehen und so Kunst als stets neu zu erlebendes visuelles Ereignis zu konstituieren. Die Aquarelle entstanden parallel zu seinen so genannten »Abstrakten Bildern«, mit denen Richter am Ende der 1970er-Jahre in bewusster Opposition zur neoexpressiven Malerei der »Neuen Wilden« an die abstrakte Kunst der »Klassischen« Moderne und der 1950er-Jahre anknüpfte. [ RH ]
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