Johann Heinrich Schönfeld (1609–1684)
»Schatzgräber in römischen Ruinen«

1662, Öl auf Leinwand

Vergänglichkeit und Hoffnung werden in diesem Bild einander gegenübergestellt: In der linken, düsteren Hälfte wird inmitten eines magischen Zirkels aus Schädeln von einer verschwörerischen Gruppe ein Schatz gehoben; Priester mit dicken Folianten rufen die Geister zu Hilfe. Die Rückenfigur vorn am linken Bildrand nimmt stellvertretend für den Betrachter an der Szene teil. Im Gegensatz dazu bevölkern einige nackte junge Männer, unbeeindruckt vom benachbarten Geschehen, die rechte, vom Sonnenlicht sanft beleuchtete Bildhälfte; sie scheinen sich nichts aus irdischen Gütern zu machen, denn einer von ihnen stützt sich achtlos auf ein Gefäß mit Kleinodien.

Dem Streben nach Besitz, hier sogar unrechtmäßig erworbenem, wird die unschuldige Hirtenwelt Arkadiens gegenübergestellt; der Feuersalamander rechts unten, der durch Flammen laufen kann ohne sich zu verletzen, ist das Symbol dieser Reinheit. Vergänglichkeit (vanitas), die sich auch in den antiken Ruinen und dem Sarkophag manifestiert, gehört zu den zentralen Themen der Dichtung (vgl. Andreas Gryphius) und Kunst im 17. Jahrhundert, nicht zuletzt geprägt durch die bittere Erfahrung des Dreißigjährigen Krieges. Schönfeld hat das Thema der Schatzhebung, d. h. der Vergeblichkeit menschlichen Strebens nach Ruhm und Reichtum, mehrfach gestaltet. Aus Schloß Ludwigsburg übernommen 1935. [ CH ]

Heute im Museum
03.09.10

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