Nutzen und Schönheit

Deutsche Zeichnungen vom Mittelalter bis zum Barock

31.03. – 01.07.2007

Die Ausstellung bietet einen Überblick über deutsche Zeichnungen vom Spätmittelalter bis zum Barock und veranschaulicht die Vielfalt der Themen, Funktionen und Techniken der Kunst auf Papier. Das Leitmotiv der Ausstellung ist die Formulierung Albrecht Dürers »Aber der Nutz ist ein großer Teil der Schönheit«. Sie fasst das weite Spektrum der präsentierten Kunstwerke zusammen. Dabei spannt sich der Bogen von der Übung der zeichnenden Hand über die Studie, den Entwurf oder die Vorzeichnung für Malerei, Druckgraphik oder Plastik bis hin zur Würdigung als eigenständiges Kunstwerk und wertvolles Sammlungsobjekt.

Jedoch kommen in der vielschichtigen Ausstellung nicht nur die unterschiedlichen Techniken und Anwendungen der Zeichnung zur Geltung. Sie führt zugleich durch einen Abschnitt der Entwicklungsgeschichte der Zeichenkunst. Neben mittelalterlicher Buchmalerei und Blättern der Renaissance illustrieren Arbeiten manieristischer Kunst und Werke aus der Zeit des Barock die chronologischen Linien.

Hans Baldung Grien »Ruhendes nacktes Liebespaar«, 1527

Hans Baldung Grien »Ruhendes nacktes Liebespaar«, 1527,
© Staatsgalerie Stuttgart

Hierzu zählen neben Werken Albrecht Dürers und Lucas Cranachs auch Arbeiten Hans Baldung Griens. Sein Werk »Ruhendes nacktes Liebespaar«, entstanden 1527, ist ein Beispiel einer Zeichnung als abgeschlossenes Werk und nicht Teil eines Studienblattes für ein Gemälde. Erkennbar ist dies an der Bezeichnung des Blattes mit Daten und Monogramm des Künstlers. Im Gegensatz dazu liefert das Blatt »Das jüngste Gericht« von Wendel Dietterlin (1590) ein Exempel für eine Vorlage. In diesem Fall für eines der Deckenbilder im oberen Saal des »Neuen Lustschlosses« in Stuttgart. Dargestellt sind drei große Themen aus der Heilsgeschichte nach einem Programm des damaligen württembergischen Hofpredigers, das gleichzeitig das Herzogtum Württemberg in den göttlichen Heilsplan einbezieht.

Weitere Akzente werden in der Ausstellung auf die verschiedenen Themenbereiche innerhalb der genannten Epochen gesetzt. Neben Passionsdarstellungen und Schlachtenbildern wurden zum Beispiel auch einzelne Kopfstudien oder Allegorien als Ausstellungsstücke gewählt. Das Blatt des Lucas Cranachs d. J. zeigt ein breites Spektrum an Zeichnungen, von einzelnen Skizzen zu Gesichtszügen bis zu farbig ausgeführten Entwürfen, die zur Vorbereitung eines 1558 gemalten Epitaphs eines Bürgermeisters diente. Johann Rottenhammers Allegorie »Vanitas Mundi« (nach 1600) kann als Modell für ein größeres Gemälde verstanden werden. Hierbei legte er den Akzent der Bedeutung nicht auf die Vergänglichkeit des Lebens allgemein, sondern auf die Nichtigkeit des irdischen Reichtums.

Eine Besonderheit der Ausstellung bilden mehrere Stadtansichten Matthäus Merians d. Ä., darunter auch ein exaktes Bild des herzoglich württembergischen Hofes in Stuttgart im frühen 17. Jahrhundert. Nicht nur das Alte Schloss, die Stiftskirche und die ausgedehnten Gartenanlagen sind deutlich zu erkennen. Auch Turnierrennbahnen und das von Georg Beer zwischen 1583 und 93 erbaute Neue Lusthaus sind von Merian aufgenommen und ermöglichen so dem Betrachter eine Vorstellung vom einstigen Stuttgart im Jahre 1616.

Mattäus Merian d. Ä »Schloss, Lusthaus und Hofgarten zu Stuttgart«, 1616/17

Mattäus Merian d. Ä, »Schloss, Lusthaus und Hofgarten zu Stuttgart«, 1616/17
© Staatsgalerie Stuttgart«

Insgesamt ergibt die Ausstellung ein repräsentatives Profil dieses wichtigen Bereichs der Graphischen Sammlung, zu dem nun aktuell ein Bestandskatalog vorliegt. Entstanden in jahrelanger Forschungsarbeit, erfasst der wissenschaftliche Katalog über 1000 Zeichnungen. Der größte Teil dieser Kunstwerke wurde bisher noch nie abgebildet. Erstmals konnten auch viele Zeichnungen Künstlern zugeschrieben und Funktionen sowie Provenienzen geklärt werden.

Studiendienst

Die Graphische Sammlung umfasst etwa 400.000 Arbeiten, von denen große Teilbestände nur wenig bekannt sind. Originale der Graphischen Sammlung können sich Interessierte im Studiensaal individuell zur Betrachtung vorlegen lassen. So bleiben auch die Zeichnungen, die in der Ausstellung nicht zu sehen und lediglich im Katalog abgebildet sind, für Besucher zugänglich. Ab April stehen Mitarbeiter während des Studiendienstes jeweils donnerstags von 15 – 20 Uhr im Steib-Bau der Staatsgalerie Stuttgart, Eingang Urbanstr. 41, gerne bereit, um Ihre ausgewählten Werke aus den Magazinen zu holen.

Zur Ausstellung

Deutsche Zeichnungen vom Mittelalter bis zum Barock

Bestandskatalog der Graphischen Sammlung
 

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17.05.12

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Kunstgespräch für Frauen

12:00 Uhr
Turner - Monet - Twombly. Later Paintings
Ausstellungsführung

12:45-13:15 Uhr
Kurzführung

14:00 Uhr
Turner - Monet - Twombly. Later Paintings
Ausstellungsführung

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Turner - Monet - Twombly. Later Paintings
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Kunstgespräch für Frauen

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Turner - Monet - Twombly. Later Paintings
Ausstellungsführung

15:00 Uhr
Turner - Monet - Twombly. Later Paintings
Ausstellungsführung

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Verführung und Hingabe: Eros und Agape
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18:30 Uhr
Turner - Monet - Twombly. Later Paintings
Ausstellungsführung

Aktuell

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....an den Feiertagen Christi Himmelfahrt (17.5.) und Fronleichnam (7.6.) findet jeweils kein Studiendienst in der Graphischen Sammlung statt. Danke für Ihr Verständnis!

Menschen im Wandel der Zeiten...
...für das Erwachsenenseminar mit Katja Nellmann M.A. ab dem 31. Mai, sind noch Plätze frei! Mehr …

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