Gao Bohai, 1992, Beijing
»Die Bedienung des ›Landerziehungs‹-Restaurants in Zhongguan
trägt Kleidung aus der Zeit der 60er und 70er Jahre«
34,1 x 50,9 cm ©fotoe.com
Dicht präsentiert schildern die Bilder in den vier Themenbereichen, Existenz, Beziehung, Begehren und Zeit, den chinesischen Alltag vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Modernisierung. Zwei Daten setzen bei der gesellschaftlichen Entwicklung markante Wendepunkte. Die Fotografen suchen hinter dem äußeren und für jedermann offensichtlichen Glanz des wirtschaftlichen Booms in Chinas Metropolen die zunächst schleichende, dann aber rasant fortschreitende Veränderung zu dokumentieren.

Links: Liu Dewang, September 1999, Xi‘an, Shaanxi »Glücklicher Gewinner der Wohlfahrtslotterie« 51 x 34,7 cm ©fotoe.com
Mitte: Hao Junchen, 2003, Beijing, »Ein alter Mann mit dem Bild seiner verstorbenen Frau macht den gemeinsamen Traum einer Reise nach Beijing wahr« 50,8 x 34 cm ©fotoe.com
Rechts: Wu Jialin, 1997 Kunming, Yunnan, »Fuhrwerk, Lastwagen und ein zur Landung ansetzendes Flugzeug« 50,9 x 34,6 cm ©fotoe.com
An Glaubwürdigkeit gewinnen die Aufnahmen, weil sie nichts verstellen, in ihrer Fülle nichts auslassen und nicht den Zweck haben, inszenieren zu wollen. Gerade weil der Blick nicht bestimmt ist von einer fremden Wahrnehmung, sondern die Sicht einer in China heranwachsenden Generation selbst zum Ausdruck bringt, ist die Ausstellung mehr als eine fotografische Schau: Sie ist ein Zeitdokument.
Die Staatsgalerie übernimmt diese facettenreiche Ausstellung – unverändert und unkommentiert – in der Überzeugung, dass dieser »Blick der Chinesen auf sich selbst« ein erster Schritt ist, sich dem fernen unbekannten Land in kultureller Hinsicht zu nähern.
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