Archiv Sohm: Konkrete Poesie

Der Begriff Konkrete Poesie taucht Mitte der 1950er-Jahre in mehreren Ländern gleichzeitig auf und bezeichnet eine Literatur, die sich - ähnlich wie die 1930 zuerst von Theo van Doesburg propagierte Konkrete Kunst - nur noch auf ihre eigenen Mittel beziehen möchte. Worte, Buchstaben, Satzzeichen werden aus dem Zusammenhang der Sprache gelöst und treten dem Betrachter »konkret« gegenüber.

Es handelt sich um eine stille, meditative Kunst, die sich auch als Gegenpol zur sprachlichen Reizüberflutung der täglichen Umwelt versteht. Indem Sprache als Material behandelt wird und in bildhaften »konstellationen« (Eugen Gomringer) auftaucht, wird sie international, denn man kann beispielsweise die »konkrete« Verbildlichung des Wortes »wind« durch auf dem Blatt verwehte Buchstaben auch ohne Kenntnis der Wortbedeutung verstehen.

Tatsächlich ist die Konkrete Poesie eine internationale Bewegung gewesen, mit Zentren in Brasilien (die Noigandres-Gruppe), Canada (bp Nichol, Bill Bissett), USA (Emmett Williams, Robert Lax), den deutschsprachigen Ländern (Heinz Gappmayr, Ernst Jandl, Gerhard Rühm, Franz Mon, die Stuttgarter Gruppe um Max Bense, Helmut Heissenbüttel und Reinhard Döhl), Frankreich (Henri Chopin, Pierre Garnier, Bernard Heidsieck), Italien (Ugo Carrega), England (Bob Cobbing, Dom Sylvester Houédard) usw.

In dieses Netzwerk klinkte sich Hanns Sohm in den 1960er-Jahren ein und sammelte die in geringen Auflagen erschienenen Bücher und Zeitschriften von Hunderten von Poeten. Seit 1964 korrespondierte er auch als einer der Ersten mit dem eremitisch in Schottland inmitten eines Gartens voller Bilder und Texte lebenden Ian Hamilton Finlay, der in den letzten Jahrzehnten Furore in aller Welt gemacht hat. Das Archiv Sohm ist daher der einzige Ort, wo nahezu alle Drucksachen des Schotten vorhanden sind.

Wie die Grafik »Homage to Modern Art« von 1972 mit der emblematisch auf dem Segel eines Schiffes applizierten »Modernen Kunst« andeutet, träumt Finlay von der Utopie einer massenwirksamen Bild-Wortkunst, die nicht ins Museum, sondern in alle Welt reist. [ IC ]

Heute im Museum
26.05.16

12:30-13:00 Uhr
Moritz von Schwind: Die drei Einsiedler
Bildbetrachtung

18:00 Uhr
Giorgio de Chirico – Magie der Moderne
Ausstellungsführung

18:30 Uhr
Das Bild im Bild: Die Irritation der Perspektive
Themenführung

18:30 Uhr
Augen.Blicke.Impressionen.
Ausstellungsführung

Info
Geänderte Linienführung der Stadtbahn!

Bitte beachten Sie, dass die Haltestelle »Staatsgalerie« ab Dienstag, dem 17. Mai 2016 nicht mehr von allen U-Bahnlinien bedient wird. Mehr …

Schaufenster Sohm V - Tomas Schmit

2016 jährt sich Tomas Schmits Todestag zum 10. Mal. Das Archiv Sohm würdigt den liebenswürdig-uneitlen ‚Querschläger‘ auf dem Feld der Kunst und ihrer Avantgarde mit einem Querschnitt aus dem Bestand seiner hochoriginellen Werke. Mehr …

Ab März in der Sammlung: Hermann Stenner (1891-1914)

Zum 125. Geburtstag des Künstlers erinnert die Staatsgalerie Stuttgart an den Weggefährten Oskar Schlemmers und Willi Baumeisters mit einer kleinen Werkauswahl aus eigenem Bestand
(Raum 36, Stirlingbau). Mehr …

Wegeführung zur Staatsgalerie

Auf Grund vieler Baustellen im Umkreis der Staatsgalerie, finden Sie hier einen Überblick, wie Sie uns am besten erreichen. Mehr …

Fotografieren in der Staatsgalerie

Was Sie beachten müssen, wenn Sie im Museum fotografieren möchten. Mehr …

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Freier Eintritt....

…in die Sammlung: immer Mittwochs! Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Audio-Guide zur Sammlung …

… auch in Gebärdensprache ist für 5 Euro erhältlich. Die Audio-Führung für Kinder kostet 2,50 Euro. Mehr …

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