William Lee (William S. Burroughs) »Junkie«, Ace Books, New York 1953
Neben John Cage gehörte der amerikanische Schriftsteller William S. Burroughs zu den großen Kultfiguren seiner Generation. Beide sind als Väter der Intermediakunst anzusehen, indem sie Anfang der 1950er-Jahre Bewegung in die Literatur-, Musik- und Kunstszene brachten und deren enge Gattungsgrenzen ebenso in Zweifel zogen wie das unerreichbare »Meisterwerk«. 1953 erschien unter dem Pseudonym William Lee Burroughs' erster Roman »Junkie«, dessen Bekenntnisse eines Drogensüchtigen wie eine Bombe einschlugen in die nur scheinbar saturierte Gesellschaft der 1950er, der sie eine ganz andere Realität vor Augen hielten.
Im Archiv Sohm befinden sich nicht nur die Schriften Burroughs', sondern auch jene der anderen Beat-Autoren, wie u.a. Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Michael McClure, Brion Gysin, Gregory Corso oder - schon als Angehöriger der zweiten »Beat-Generation« - Charles Bukowski. Es war ein kleines, heruntergekommenes Pariser Hotel, das einem ganzen unkonventionellen Lebensgefühl, einer Weltanschauung den Namen geben sollte: im Beat-Hotel im Quartier Latin erfanden Burroughs und seine Freunde die auch für Musik und Kunst bahnbrechende Methode des »Cut-ups«, als sie mit der Schere respektlos Texte zerschnitten unabhängig von Sinnzusammenhängen. [ IC ]
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