
Mit Beginn des 12. Jahrhunderts treten die Menschlichkeit und das Leiden Jesu deutlicher in den Blick von Theologie, Frömmigkeit und Kunst. Eines der künstlerischen Meisterwerke aus dem Spätmittelalter ist die zwischen 1495 und 1500 entstandene »Graue Passion« von Hans Holbein d.Ä.
Seine zwölf Bildtafeln zum Leidensweg und der Auferstehung Christi nehmen innerhalb der europäischen Altarmalerei eine herausragende Position ein. Selbst ohne die detaillierte Kenntnis bestimmter Motive und Symbole sprechen die Bilder vom Leiden und Sterben Christi aber auch heute noch den Betrachter ganz unmittelbar an. Die zahlreichen Besucher der Oberammergauer Passionsspiele bezeugen die ungebrochene Faszination von theatralischen Visualisierungen der Passion, in denen der Leidensweg Christi nacherlebt werden kann.
Doch welche Funktionen haben Bilder der Passion heute und welche hatten sie ursprünglich in einem liturgischen Zusammenhang zu erfüllen? Wie werden das Gewalttätige der Passion, die Opferrolle Christi und die Hoffnung auf Erlösung aus heutigem theologischen Blickwinkel bewertet?
Diese und weitere Fragen diskutieren in einer prominent besetzten Gesprächsrunde:
Christian Stückl, Spielleiter Oberammergauer Passionsspiele/Intendant Münchner Volkstheater
Dr. Birgit Münch, Universität Trier
Prof.em. Dr. theol. Walter Sparn, Universität Erlangen-Nürnberg
Moderation: Pfarrer Eberhard Schwarz, Stuttgart
Foto: Staatsgalerie Stuttgart
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